Camper-Test: Kompanja zwei
Dieser Kompanja überrascht mit cleverem Wohnraum-Trick

Natürliche Materialien und warme Farben machen aus dem kurzen Kastenwagen ein gemütliches Zuhause auf Rädern. Zusätzlich sorgen kreative Lösungen im Innenraum für den Wow-Effekt.
Bild: Stefan Rogge
Wie wichtig die Wahl der Materialien im Wohnraum eines Campers ist, merkt man manchmal erst, wenn sie den Unterschied ausmachen. So zum Beispiel beim Kompanja zwei. Dort sorgen Holz-Oberflächen, stoffbezogene Verkleidungen und warme Beige- und Grüntöne bei Matratze und Möbelbau für ein ganz besonders heimeliges Gefühl.
Die Wohnraumgestaltung ist ein Kern des Kompanja-Konzeptes und bereits aus dem ersten Modell auf Renault-Trafic-Basis bekannt. Auch bei dem kleinen Campervan fallen das gemütliche Ambiente samt schallschluckender Akustik und ein angenehmer Holzgeruch sofort positiv auf. Der große Bruder auf Basis des Citroën Jumper sorgt mit kreativen Ideen im Ausbau für zusätzlichen Pfiff.

Wohnlicher Charakter trifft auf pfiffige Lösungen beim Innenausbau.
Bild: Stefan Rogge
Ein 5,41 Meter kurzer Kastenwagen aus der bestens bekannten Palette der Stellantis-Familie. So weit, so gut. Besonders macht ihn die Vielzahl an Konfigurationsmöglichkeiten bei der Brühler Camper-Manufaktur. So kann der kompakte Kastenwagen sogar als waschechtes Familiendomizil für bis zu fünf Personen bestellt werden. Möglich ist das beispielsweise durch eine Doppelsitzbank auf der Beifahrerseite, wodurch insgesamt fünf Sitzplätze zur Verfügung stehen. Konfiguriert man sich dann auch das optionale Aufstelldach hinzu, haben alle fünf Familienmitglieder einen komfortablen Schlafplatz – und das sogar bei der kürzesten Version des Kastenwagens! Das dürfte vor allem für Großstadtfamilien äußerst interessant sein.
Das hat der Kompanja zwei
Der Kompanja zwei bietet einen klassischen Grundriss mit Querbett im Heck, Nasszelle auf der Fahrer- und Küchenzeile auf der Beifahrerseite. Dreht man Fahrer- und Beifahrersitz(bank), entsteht ein netter Essbereich. Dort offenbart sich mit der Rücksitzbank ein erstes Highlight: Diese besteht nämlich aus zwei Einzelsitzen, die sich in der Breite auseinanderziehen lassen, wodurch ein deutliches Plus an Platz geschaffen wird. Zusätzlich kann die Sitzfläche nach vorne gezogen werden, was den lästigen Rechtwinkelsitz in eine bequeme Position versetzt – super!
Fahrzeugdaten | Kompanja zwei |
|---|---|
Motorisierung | 2.2 BlueHDi |
Leistung | 103 kW (140 PS) bei 3500/min |
Hubraum | 2184 cm3 |
Drehmoment | 380 Nm bei 1400/min |
Höchstgeschwindigkeit | 136 km/h |
Getriebe/Antrieb | Sechsgang/Vorderrad |
Tankinhalt/Kraftstoffsorte | 90 l/Diesel + 19 l AdBlue |
Länge/Breite/Höhe | 5410/2050/2520 mm |
Radstand/Bereifung | 3450 mm/215/75 R 16 |
Masse fahrbereit/Zuladung ca. | 2750/750 kg |
Anhängelast (gebremst/ ungebremst) | 2000/750 kg |
Außenmaterial Wand/Dach/ Boden | je Stahlblech |
Stärke Wand/Dach/Boden | 19/19/15 mm |
Liegefläche Dach L x B | 1980 x 1300 mm |
Liegefläche Heck L x B | 1960 x 1300 mm |
Innenhöhe max. | 1910 mm |
Kühlschrank/Eisfach | 70 l/k. A. |
Herd | Gas, 2 Flammen |
Bordbatterie | Lithium, 12 V/100 Ah |
Frisch-/Abwassertank | 90/75 l |
Gasvorrat/Heizung | 1x 2,75 kg/Diesel |
Grundpreis/Testwagenpreis | 66.300 Euro / 100.144 Euro |
Sind die Rücksitzbänke in den meisten Fahrzeugen dieser Klasse in der Regel mehr Notsitz als bequemer Dauerplatz, haben sich die Kompanjas hier um eine echte Achillesferse des Kastenwagenausbaus gekümmert. Gleich dahinter befindet sich das Badezimmer, das in seiner Konzeption Highlight Nummer zwei darstellt. So kann die Kabine mit Toilette und Dusche bei Bedarf an zwei Hebeln ausgezogen werden. Nutzt man sie nicht, schiebt man sie einfach Richtung Wand und verringert ihr Volumen dadurch erheblich. So entsteht deutlich mehr Platz im Wohnraum, und ein altbekanntes Problem in dieser Fahrzeugklasse wird gelöst. Sehr cool!

Bei Kompanja gibt's für alles eine Lösung! Der große Heckauszug ist äußerst praktisch.
Bild: Stefan Rogge
Gegenüber der Badkabine befindet sich der Küchenblock, welcher wahlweise mit Gas, Induktion oder einem Mix aus beidem konfiguriert werden kann. Der Wasserhahn an der großen Edelstahlspüle hat einen integrierten Wasserfilter, um dauerhaft Trinkwasser an Bord zu haben, auch nett! Der große Kühlschrank lässt sich von beiden Seiten öffnen, Platz für Einkäufe bieten große Hängeschränke. Geschlafen wird im Heck auf 1,30 Meter Breite und 1,96 Meter Länge. Optional kann ein Schlafohr verbaut werden, um die Liegefläche um zehn Zentimeter zu verlängern. Schön ist die Sofafunktion im Lattenrost des Bettgestells. Sowohl die linke als auch die rechte Seite kann hochgehoben werden und rastet dann als Rückenlehne ein. So chillt man entweder im Inneren oder genießt die Aussicht bei geöffneten Hecktüren. Ein zweites Bett von 1,30 x 1,98 Metern gibt's im Aufstelldach von Partner SCA und kostet 6600 Euro extra.

Als äußerst wendig erweist sich der "kurze" Jumper. Das macht auch im Stadtverkehr Spaß und die Parkplatzsuche entspannt.
Bild: Stefan Rogge
Stauraum ist im Heckbereich unter der Bettkonstruktion vorhanden. Dort besteht die Möglichkeit, Schwerlastauszüge zu montieren, was für Ordnung sorgt und das lästige Bücken ins Fahrzeuginnere vermeidet. Daneben befindet sich der Gaskasten, in dem eine kleine 2,75-Kilogramm-Flasche Platz findet. Für den Gebrauch im Küchenbereich mag das einigermaßen reichen, nutzt man jedoch auch den Außenanschluss für die Grill-Party mit den Campingplatznachbarn, dürfte relativ schnell Schluss sein, was wirklich schade ist! Dafür gibt’s aber einen 90-Liter-Frischwassertank, der dafür sorgt, dass die Außendusche im Heck bedenkenlos genutzt werden kann. Thermomatten und Fliegengitter kommen magnetisch daher, was im Gebrauch definitiv schöner aussieht als fest verbaute Plissees samt Rahmen. Allerdings entsteht so zusätzliches Gepäck.
So fährt der Kompanja
Der Kompanja fährt spritzig und angenehm! Besonders mit 180 PS starkem Diesel und sanft schaltender Automatik, mit der unser Testfahrzeug ausgestattet war. In Serie kommt der Kompanja zwei mit 140 PS und Handschaltung. Für den kompakten Kastenwagen sollte aber auch das locker ausreichen. Mit 5,41 Meter Länge geht der Camper durchaus noch als Alltagsauto durch und sorgt auch bei der Parkplatzsuche für Entspannung.
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