Caravan-Neuheit im Test: Dethleffs Summer Edition 560 FMK
Dethleffs Summer Edition macht Familien-Camping wieder bezahlbar

Schön, dass Caravans immer schicker und vernetzter werden. Nicht so schön, dass sie dadurch auch immer teurer werden. Dethleffs bringt mit der neuen Baureihe Summer Edition Familiencaravans, bei denen der Verzicht auf ein paar modische Gimmicks einige Tausender spart. So bleibt mehr Geld für den Sommerurlaub.
Bild: Lena Willgalis
- Thomas Rönnberg
Alles viel zu teuer! Wer kann sich das noch leisten? Landauf, landab will das Klagen über die nach Corona schmerzhaft gestiegenen Preise für Campingfahrzeuge nicht verstummen – obwohl die Rabatte bei den Händlern wieder lockerer sitzen und kaum ein Fahrzeug zum Listenpreis vom Hof rollt.
Was oft nicht gesehen wird: Die gestiegenen Preise sind nicht allein schrankenloser Geldgier der Hersteller geschuldet; seit auch das Urlaubsgefährt nicht nur das nötige Campingequipment, sondern auch reichlich Schick und Lifestyle transportieren muss, heben hippe Ausstattungsfeatures außer dem Modebewusstsein des Besitzers auch den Preis. Deshalb liegen zunehmend kleinere, puristische Caravans im Trend. Doch die helfen der reisenden Familie nicht, denn die braucht einfach Platz. Deshalb findet Dethleffs mit der neuen Baureihe Summer Edition den Weg zurück: Das Baureihen-Flaggschiff 560 FMK ist ein stattlicher Familiencaravan, aber trotzdem hält er gut 1500 Euro Abstand zur 30.000-Euro-Schallmauer.
Das ist der Dethleffs Summer Edition 560 FMK
Äußerlich kommt er keineswegs altbacken oder ärmlich daher. Die Kombination aus Glattblech und GFK-Formteilen an Bug und Heck mit hellgrauem Hammerschlagblech für die Wände ist neu bei Dethleffs: Sonst gibt es grau nur in Verbindung mit Glattblech – und gegen Aufpreis. Im Summer Edition ist das Grau hingegen serienmäßig. Dass es kein teurer (und schwerer!) Metalliclack ist, tut der Eleganz keinen Abbruch. Aufpreisfrei und der Optik dienlich sind auch die großen 15-Zoll-Leichtmetallräder mit 225er Breitreifen. Sie sind Bestandteil der Auflastung auf 2000 kg zulässige Gesamtmasse: Auch die ist serienmäßig, beim entsprechenden Camper-Modell kostet sie 1199 Euro Extra.

Summer Edition heißt nicht, dass die neue Dethleffs-Baureihe nicht auch fürs Wintercamping geeignet wäre. Bei 2000 kg Gesamtgewicht ist aber ein geeigneter Zugwagen zu empfehlen.
Bild: Lena Willgalis
Bei Dethleffs steht seit Jahren der Name Camper für Caravans, die sich an Familien mit Kindern richten. Und an diese Baureihe denkt man spontan, wenn man den Summer Edition 560 FMK betritt: Der Grundriss entspricht exakt dem Camper 560 FMK; aber der kostet mindestens 3100 Euro mehr – plus Auflastung. So konzentriert sich die Frage danach, was er mitbringt, eher darauf, was er denn NICHT mitbringt.
Fenster und Möbel: Schlicht statt extravagant
Das sind, von außen betrachtet, die schnittigen Trapezfenster des Campers: Im Summer Edition sind die Fenster noch rechteckig; und das an der Küche ist ausstellbar, nicht zum Schieben. Innen gibt's statt der planen, grifflosen Stauraumklappen in hellgrün gewölbte Klappen in Holzdekor/Weiß mit Bügelgriffen. Die Wohnwelt mit graubeigen Polstern heißt Ebro, das Holzdekor Rosario Cherry. Beides ist alternativlos.

Platz für die Familie: Die Schlafbereiche sind vom Wohnraum abtrennbar.
Bild: Lena Willgalis
In der Küche freut man sich über den Dreiflammkocher – auch wenn er weniger freie Arbeitsfläche übrig lässt als der Zweiflammer des Campers. Und, ja, es gibt kein integriertes Touch-Bedienpanel und keine App-Steuerung; auch Lichtschienen und ambienteleuchtende LED-Ketten in variablen Farben sucht man vergebens: Stattdessen gibt es eine Reihe von Spots an der Decke und unter den Oberschränken; und in den Ablagefächern der Kinder-Stockbetten putzige Nachtlichter. Geschaltet wird alles mit richtigen Schaltern. Klick an, klick aus. Ja, das wirkt im Touchscreen-Zeitalter ein klein bisschen outdated; Elektronikspielzeug muss separat mitgeführt werden. Aber dafür rätselt man nicht über Icons – und keine Software kann hängenbleiben oder abstürzen.

Doppelbett mit 1,57 m Breite, klappbarem Lattenrost und 7-Zonen-Matratze. Feste Lesespots unter den Staukästen.
Bild: Lena Willgalis
Kurzum – der Sommer Edition eignet sich nicht so gut zum Angeben und Vorzeigen; eher zum Benutzen. Und da hat der Caravan seine Stärken. Vor allem überzeugt die großzügige Geräumigkeit. Der 560 FMK hat volle 2,50 m Breite; das gibt Luft im Inneren. Die mittige U-Sitzgruppe bietet der ganzen Familie Platz, verwandelt sich bei Bedarf in ein Doppelbett – und lässt genug Raum zur gegenüber angeordneten Küche: Da kommt man auch noch durch, wenn jemand am Herd oder an der Spüle hantiert.
Stauraum satt für die ganze Familie
Vorbildlich ist die Vielzahl an Schränken und Staumöglichkeiten. Es gibt zwei Kleiderschränke mit Stangen, dazu meterweise Dachstaukästen über der Sitzgruppe und im Elternschlafabteil. Es gibt große Sitztruhen und einen weitläufigen Stauraum unter dem 1,57 Meter breiten Doppelbett; es gibt zusätzliche Schränke und Fächer im Eingangsbereich; die Küche hat außer zwei großen Oberschränken drei breite Schubfächer und einen netten, schmalen Apothekerauszug. Unter dem hochklappbaren unteren Stockbett öffnet sich ein richtiges Frachtabteil mit stabilen Zurrschienen. Und auch im offenen Waschplatz und im Dusch- und Toilettenraum finden sich reichlich Fächer und Schränke. Insofern ist es klug, den Summer Edition 560 FMK gleich nur in der Zwei-Tonnen Ausführung zu liefern; wo viel Stauraum da ist, wird er auch genutzt.

Wie üblich bei Dethleffs, hat auch der Summer Edition die platzsparend nach oben schwenkende Bugstauraumklappe.
Bild: Lena Willgalis
Es wäre eine Lüge zu behaupten, man spüre den Caravan kaum. Insbesondere die Breite kann ungeübte Fahrer verunsichern: Lange Zusatzspiegel sind Pflicht, damit man an den Seitenwänden vorbeipeilen kann. Und natürlich muss man für enge Kurven oder Abbiegemanöver etwas ausholen, wenn gut über acht Meter am Haken hängen. Auf Strecke läuft der 560 FMK aber so spursicher und problemlos hinterher, wie man das von einem modernen Caravan mit gutem Markenfahrwerk erwartet. Dafür lässt er sich auch ohne Mover noch akzeptabel von Hand rangieren: da zahlt sich aus, dass der 560 FMK keine Tandemachse hat.
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