Carsharing-Anbieter Miles: Betrugsverdacht verdichtet sich
Betrugsverdacht bei Carsharing-Anbieter Miles

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- Manuel Bauer
Seit Jahren prägen die Autos und Transporter des Unternehmens Miles das Bild deutscher Großstädte. Das 2016 in Berlin gegründete Start-up mauserte sich in den vergangenen Jahren zu einem der erfolgreichsten Carsharing-Anbieter des Landes. Der Erfolg der Firma scheint jedoch auf kriminellen Machenschaften zu fußen. Bereits im Oktober 2023 durchsuchte die Polizei die Wohnungen der Miles-Manager Oliver Mackprang und Eyvindur Kristjansson im Rahmen einer Razzia wegen dringenden Betrugsverdachts. Der hat sich nun im Zuge weiterer Ermittlungen erhärtet. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Sebastian Büchner unlängst gegenüber der Zeitung Tagesspiegel.
GPS-Daten parkender Autos manipuliert?
Demnach gibt es mittlerweile handfeste Hinweise darauf, dass das automatisierte Handyparksystem für Miles-Fahrzeuge systematisch manipuliert wurde, um Parkgebühren einzusparen. Miles erfasst den Standort seiner Autos via GPS und übermittelt diese Daten üblicherweise direkt an die Berliner Behörden. Stehen die Autos in einer gebührenpflichtigen Zone, muss das Unternehmen die entsprechenden Kosten an die Stadt abführen. Weil die daraus resultierenden Zahlungen auffällig niedrig ausfielen, nahmen Polizei und Ordnungsamt 2023 die Ermittlungen auf. Der Verdacht: Miles hat die Standortdaten seiner Autos gefälscht, um Parkgebühren zu umgehen.
Rund 30 Millionen Euro unterschlagen
Miles-User dürfen die Mietfahrzeuge auf öffentlichen Parkplätzen innerhalb des Geschäftsgebiets gebührenfrei und ohne Parkschein abstellen. Die Kosten begleicht das Unternehmen – wenn alles korrekt läuft. Durch den illegalen Eingriff in die Standortdatenübermittlung soll Miles jedoch rund 30 Millionen Euro eingespart und der Stadt Berlin vorenthalten haben. Die Auswertung des während der Razzia gesammelten Beweismaterials in Form von Datenträgern und Geschäftsunterlagen scheint die Annahme der Behörden nun zu untermauern. Noch dauern die Ermittlungen allerdings an, ein offizielles Ergebnis gibt es bislang nicht. Sollte es zu einer rechtskräftigen Verurteilung kommen, könnte die Luft für Miles allerdings dünn werden.
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