Challenger S215 im Test
Der Challenger S215: Ein Reisemobil für die neue Generation

Bild: dieth+schröder/Cindy Albrecht
Das wissen wir ja schon etwas länger: Reisemobile müssen weder weiß noch ausufernd groß sein. Man kann es auch ganz anders machen, zum Beispiel wie Challenger mit seinem neuen Modell S215.
Dass unser grauer Testwagen seinen Beinamen Sport Edition zu Recht trägt, unterstreicht er durch den betont prägnanten Auftritt: Mit schwarzen und roten Akzenten zeigt er seine Motivation – bis hin zum Grill mit selbstbewusstem Ford-Schriftzug in robustem Trail-Design.
Mag sein, dass diese Optik für manchen etwas zu krawallig wirkt. Doch keine Sorge: Den S 215 bietet Challenger als Break Edition auch in der Standardfarbe Weiß an, mit gleichem Grundriss, spürbar günstiger (ab 60.990 statt 68.990 Euro) und daher rundum deutlich weniger Ausstattung.
Das ist der Challenger S215
Den neuen S215 baut Challenger stets auf Ford Transit. Mit nur 2,10 Meter Breite betont er, wie wichtig ihm der schlanke, athletische Auftritt ist. Auch seine Länge liegt mit 6,59 Metern nur zwei Handbreit über der Van-Klasse: Als kompakter Teilintegrierter kombiniert er viel nutzbaren Raum im Inneren, ohne außen ausladend zu werden.

Auf dem fensterlosen Heck prangt groß das neue Challenger-Logo.
Bild: dieth+schröder/Cindy Albrecht
Besonders interessant ist sein Grundriss: Mit dem S215 kombiniert Challenger ein im Kopfbereich 1,43 Meter breites französisches Bett – hier im Prototyp ist es noch etwas schmaler. Es ist hinten links platziert, ziemlich hoch, sodass es darunter tatsächlich eine üppige Garage gibt. Praktisch, denn immerhin schleppt der S215 bis zu 850 Kilogramm weg. Hoch ins Bett geht es über einen luftigen, treppenartigen Aufgang – mit jeder Menge Staufächern hinter Klappen und Deckeln. Das wirkt räumlich sehr großzügig, dafür muss das schmale Bett genügen.
Fahrzeugdaten | Challenger S215 |
|---|---|
Motorisierung | Ford EcoBlue 2.0 l |
Leistung | 96 kW (130 PS) bei 3250/min |
Hubraum | 1995 cm3 |
Getriebe/Antrieb | Sechsgang/Vorderrad |
Tankinhalt/Kraftstoffsorte | 70 l/Diesel |
Länge/Breite/Höhe | 6590/2100/2750 mm |
Masse fahrbereit/Zuladung ca. | 2643/857 kg |
Anhängelast (gebremst/ ungebremst) | 2000/750 kg |
Grundpreis/Testwagenpreis | 60.990 Euro / 68.990 Euro |
Wer gewöhnlichere Grundrisse bevorzugt, wird ebenfalls bei Challenger fündig: Der S217 bietet als gleich lange Alternative zwei traditionelle Längsbetten, während der S194 als lediglich 5,99 Meter lange, sehr knackige Abwandlung mit Querbett vorfährt.
Das hat der S215
In der stets grau lackierten Sport Edition schickt Challenger ein top ausgestattetes Modell ins Rennen. Doch für die 8000 Euro Aufpreis rockt der S215 nicht nur mit seiner jugendlichen Optik, sondern auch mit einer besseren Ausstattung. An Bord sind ein Panorama-Dachfenster, Außenanschlüsse für Gas und Wasser, ein Schuhregal sowie hochwertigere Komfortmatratzen.

Im vorderen Bereich gibt sich das Layout des S215 klassisch.
Bild: dieth+schröder/Cindy Albrecht
Nicht von einem der beiden Ausstattungspakete abhängig ist die Dieselheizung, die eine von zwei Gasflaschen einspart. Gekocht wird aber weiterhin so wie immer: mit Gas. Der Küchenblock wirkt wie ein Monolith, weil er nach hinten keine Fortsetzung findet. Hier ist ein 87-Liter-Unterbaukühlschrank integriert. Rund um den Zweiflammenherd findet sich etwas Arbeitsfläche, die meiste kommt über eine klappbare Verlängerung und die als Schneidbrett verwendbare Spülenabdeckung.
Richtig groß fällt der Tisch mit seiner ausdrehbaren zweiten Platte aus. Hier können vier Personen problemlos essen, plus ein fünfter auf der schmalen Bank. Doch prinzipiell bleibt der S215 ein Auto für zwei Personen, eine dritte kann sich aus der Dinette ein Bett zusammenbauen.
Das Bad platziert Challenger klassisch in der Mitte. Es bleibt kompakt, doch wenn die Rückwand samt Waschbecken über die Toilette schwenkt, kann ohne Vorhang geduscht werden – praktisch. Ebenfalls praktisch ist die Serviceklappe auf der linken Seite. Dahinter sitzt nicht nur die vorbildlich aufgeräumte Elektrikzentrale, sondern auch der Frischwassertank mit Revisionsöffnung.

Beinahe wie eine kleine Insel steht die Küche auf der rechten Seite.
Bild: dieth+schröder/Cindy Albrecht
Speziell für Winterfans eignet sich der S215: Das optionale Arctic-Paket beinhaltet einen beheizbaren und isolierten Abwassertank, eine stärkere Heizung, einen Elektroboiler und zudem eine Fußbodenheizung.
So fährt der Challenger S215
Die Ford-Basis des 2025er Jahrgangs rollt serienmäßig mit 130 PS (96 kW) an den Start, die Sport Edition stellt jedoch potente 165 PS (121 kW) bereit, ein spürbares Plus an Agilität. Für ein entspanntes Fahren sorgt die dann grundsätzlich in Kombination verbaute Achtstufenautomatik.
Schon die einfachere Break Edition glänzt mit einer umfangreichen Ausstattung inklusive Klimaautomatik, ESP, Airbags, Start-&- Stop-Automatik, Regen- und Lichtsensor, Geschwindigkeitsregler und -begrenzer, Spurhalteassistent plus einer elektrischen Feststellbremse. Sogar eine Rückfahrkamera und ein Multimediasystem sind stets an Bord – all das, was das Fahren angenehmer und vor allem sicherer macht.

In der Sport Edition kommt der S215 mit Achtstufenautomatik und 165 PS.
Bild: dieth+schröder/Cindy Albrecht
Besonders in seiner starken Version verlockt der S215 mit seinem Radstand von 3,75 Metern zu einer durchaus flotten Gangart auf Landstraßen. Die Ford-Automatik sortiert munter die acht Gänge dazu, viele Wünsche bleiben da nicht mehr offen.
Auch die neue FordPass- App ist beim S215 dabei: Sie bietet umfangreiche Features wie Fernsteuerung der Klimaanlage oder Push-Nachrichten bei Fehlern, Pannenhilfe oder der Fahrzeugortung. Selbst virtuelle Schlüssel lassen sich erstellen und verschicken – das öffnet eine neue Welt mit noch ungeahnten Möglichkeiten.
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