Was der 911 für die Deutschen, ist die Corvette für die Amis: ein unsterblicher Sportwagen-Mythos. Bei uns hat sie jedoch eher den Ruf eines Macho-Mobils: bollernder V8 vorn, qualmende Antriebsräder hinten, dazwischen Platz für zwei zweifelhafte Zeitgenossen. Wieso zweifelhaft? Na ja, auf viele Bildungsbürger wirkt eine Corvette so seriös wie ein Lude im Leopardenmantel. Doch Vorsicht, das Klischee ist zu billig: Die Corvette ist kein Spielzeug für Poser, sondern ein echter Top-Sportwagen. Das gilt vor allem für die von 1997 bis 2004 gebaute Corvette C5. Dank Front-Mittelmotor-Bauweise und Transaxle-Prinzip (Getriebe an der Hinterachse) verteilt die Corvette ihre Pfunde sehr gleichmäßig über die flache und breite GFK-Karosserie.
Corvette C5
Für Tupperware-Fans: Das Plastik-Cockpit der Corvette.
Und die Fahrwerkabstimmung geriet kompromisslos straff. Mögen sich Elfer-Piloten auch über Querblattfedern und den simpel konstruierten V8 mit nur einer Nockenwelle amüsieren, am Ende zählt das Ergebnis. Und das passt: Die C5-Corvette ist nordschleifentauglich, der brutal zupackende 5,7-Liter-Smallblock-V8 reißt jeden Tagträumer aus seinem Tran, das Fahrwerk bringt die 344 PS jederzeit sicher auf den Asphalt – auch in lang gezogenen Vollgas-Kurven. Wer lieber kommod cruisen möchte, sollte nicht zu viele Plomben haben, denn die schüttelt das quasi ungefederte Fahrwerk aus den Zähnen. Die Corvette ist eben eine brutale Spaßmaschine, gemacht für Fans, die den großen Sport ebenso schätzen wie den grandiosen Auftritt. Nicht nur im Milieu ...
Corvette C5 • Leistung: 344 PS • Baujahr: 2003 • Kilometerstand: 86.480 km • Preis: 24.990 Euro.

Fazit

Wem auch ein Ford Mustang zu spießig ist, fühlt sich in einer Corvette bestimmt wohl. Ein extrovertiertes Naturell hilft dabei, die US-Legende zu schätzen – im Zweifel aber ist sie nicht weniger als ein ernsthaftes Sportgerät.