Corvette C8 Stingray im ersten Test

Corvette C8 Stingray: Test, Mittelmotor, Preis

So gut fährt die "Vette" mit Mittelmotor

Die Corvette hat zum ersten Mal in ihrer Geschichte einen Mittelmotor. Mit 495 PS aus einem klassischen V8-Sauger macht der Ami richtig Spaß.
Die Fahrdynamiker unter den Corvette-Fans haben es lange gefordert, jetzt ist es endlich so weit: Die achte Generation der "Vette" wechselt zum Mittelmotorkonzept. Der nach hinten gerückte, 6,2 Liter große Achtzylinder bleibt ein klassischer Sauger, hat jetzt aber eine moderne variable Ventilsteuerung. Mit dem Z51-Paket aller europäischen Corvette-Versionen schickt die Maschine 495 PS (364 kW) und 637 Newtonmeter in den Antriebsstrang.

Beim Beschleunigen brennt immer noch der Asphalt

In von uns gemessenen 3,1 Sekunden ist die Corvette auf Tempo 100 und schafft 312 km/h Spitze.

Das schön frei hochdrehende Aggregat hat auch ohne Zwangsbeatmung einen kräftigen Antritt: Den amerikanischen Standardsprint von null auf 60 mph (96 km/h) erledigt die neueste "Vette" in 2,9 Sekunden, und erst bei 312 km/h ist Schluss. Wir haben die Beschleunigung unter keineswegs optimalen Bedingungen mithilfe der Launchcontrol und dem Bordcomputer von null auf 100 km/h gemessen und haben 3,1 Sekunden erreicht. Das Spektakel klingt dank des Performance-Auspuffs auch noch gut – nicht aufdringlich kreischend und sägend, aber satt und voluminös. Geschaltet wird erstmals per Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe, das seine Aufgabe unaufgeregt erledigt und manuelle Eingriffe über die großen Schaltpaddel hinter dem Lenkrad zulässt. Die Sitze bieten genug Seitenhalt, und das oben und unten abgeflachte Lenkrad liegt gut in der Hand.

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Die Fahrwerksabstimmung ist gut gelungen

Dank adaptivem Fahrwerk kann die Corvette C8 Stingray Sport und Komfort.

Selbst wenn man den 1642 Kilogramm schweren Zweisitzer fliegen lässt, bleibt er lange stoisch, ehe sich das Heck zu Wort meldet. Allerdings erreicht die Lenkung nicht das analoge Mitteilungsbedürfnis, wie das zum Beispiel bei Porsche der Fall ist, sie wird bei den sportlichen Fahrmodi aber durchaus straffer. Die variablen "Magnetic Ride"-Dämpfer ermöglichen dem Fahrwerk den Spagat zwischen komfortabel in den Einstellungen "Weather" und "Tour" und straff bei "Sport" und "Track". Dazu kommen noch zwei individuell konfigurierbare Fahrprogramme. Und für den Fall der Fälle ankert die Corvette mit kräftig zupackenden Vier-Kolben Bremsen, die aber besser dosierbar sein könnten. Unterm Strich genehmigte sich die Chevrolet Corvette C8 Stingray bei den durchaus ambitioniert durchgeführten Testfahrten 13,4 Liter auf 100 Kilometer.
Die gelungene Abstimmung ist auch ein Resultat der im Vergleich zum Frontmotor-Vorgänger um zehn Prozent steiferen Karosserie, allerdings wiegt die Corvette C8 Stingray auch rund 65 Kilogramm mehr als die C7. Das liegt unter anderem an den Versteifungen, die nötig sind, um ein herausnehmbares Dachmittelteil zu realisieren.

Auch an der Kasse macht die Corvette richtig Spaß

Supersportler-Schnäppchen: Für eine C8 Stingray werden umgerechnet rund 65.000 Euro fällig.

Im Innenraum fallen die ebenfalls aus Gründen der Fahrzeugstabilität breite Mittelkonsole und die hoch aufragende Knopfleiste auf, die den Fahrerbereich vom beengt sitzenden Beifahrer trennt. So wie die lange Reihe von Steuer-Elementen sind auch die digitalen Cockpitanzeigen des Zwölf-Zoll-Bildschirms überladen. Ein Head-up-Display für Drehzahl und Geschwindigkeit dient als zusätzliche Informationsquelle. Auf dem Acht-Zoll-Touchscreen des Infotainmentsystems können Smartphone-Inhalte per Apple Carplay oder Android Auto dargestellt werden. Die Heckkamera, deren Bild im Rückspiegel angezeigt werden kann, ist vor allem im Stadtverkehr eine willkommene Hilfe. Daneben rüstet die Chevrolet die achte Generation der Corvette mit Assistenten, wie einem Toter-Winkel-Warner und einem Helfer aus, der Alarm schlägt, sobald Querverkehr das Ausparken gefährdet.
Materialien, wie Leder und Aluminium sorgen dafür, dass man sich in der Corvette C8 wohlfühlt. Dazu trägt auch der vergleichsweise moderate Einstiegspreis von 59.995 US-Dollar (rund 55.428 Euro) bei. Packt man noch das Z51-Paket und diverse andere Kleinigkeiten, wie den Performance Auspuff dazu, knackt man aber schnell die 70.000 US-Dollar-Grenze (64.670 Euro). Für so einen Sportler ist das aber immer noch vergleichsweise günstig.
Technische Daten Chevrolet Corvette C8 Stingray • Motor: Achtzylinder, Mitte • Hubraum 6162 cm³ • Leistung: 495 PS (365kW) bei 6450/min • max. Drehmoment: 637 Nm bei 5150/min • Antrieb: Hinterrad, Achtgang-DKG • 0–100 km/h: 3,1 s • Vmax: 312 km/h • Länge/Breite/Höhe: 4,63/1,93/1,23 m • Gewicht: 1642 kg • Verbrauch (EU-Drittelmix): 13.4 l/100 km • Abgas CO2: 319 g/km • Preis rund 64.670 Euro.

Corvette C8 Stingray im ersten Test

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Autor: Wolfgang Gomoll

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Sportwagen

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