Wohnmobil-Test CS Independent

CS Independent: Wohnmobil-Test

Fein gemachter Kasten

Bei CS-Reisemobile entstehen mit viel handwerklichem Geschick hochwertige Kastenwagen. AUTO BILD REISEMOBIL hat sich den Independent mit Allradantrieb angesehen.
Am Anfang ist die Sehnsucht. Trotz knapper Kasse wollen die beiden Studierenden Claus und Susanne auf Reisen gehen. Also kaufen sie fĂŒr 2500 Mark einen alten Mercedes 206 D, um ihn fĂŒr weitere 1500 Mark zum Wohnmobil auszubauen. Das ist gerade so zu stemmen, und als den beiden auffĂ€llt, dass ihr gelungenes Mobil auch bei anderen SehnsĂŒchte weckt, verkaufen sie es – um mit dem Gewinn ein neues zu bauen. Daraus entsteht 1985 ein GeschĂ€ft, das in der heute ĂŒber 30 Mitarbeiter großen Firma CS-Reisemobile mĂŒndet. Mittlerweile sind die beiden lĂ€ngst das Ehepaar Oltmanns und geben den Betrieb schrittweise an ihre Kinder weiter. Ihre Verbundenheit zum Reisen und die eigenen Erfahrungen erklĂ€ren somit ganz gut, warum in den CS-Mobilen auf den ersten Blick Leidenschaft zu erkennen ist. Und ein Hang zur Perfektion: Schlosserei, Tischlerei, NĂ€herei – alle wichtigen ZĂŒnfte finden sich unterm Werksdach in Henstedt-Ulzburg nördlich von Hamburg. Das macht es möglich, SonderwĂŒnsche der Kunden jederzeit zu erfĂŒllen – und die Mobile stĂ€ndig weiterzuentwickeln. Sie entstehen ĂŒbrigens noch immer auf Mercedes-Basis – aktuell dem Sprinter VS30.

Im Innenraum empfÀngt uns angenehmer Holzduft

Willkommen an Bord: Das Mobiliar besteht aus Pappelholz und kann beliebig furniert werden.

Das ist er: Ein kompakter Kraxel-Kasten mit Serienhochdach, der sehr robust wirkt. Da wĂ€ren außen beispielsweise die höhergelegte Karosserie, die breiten All-Terrain-Reifen, die sinnigerweise unlackierten StoßfĂ€nger – und im Heckbereich zu beiden Seiten die massiven Karosserieverbreiterungen, die Platz fĂŒr ein Querbett schaffen. Innen fĂ€llt zuerst der angenehme Holzduft auf. Das Mobiliar, hier in Echtholzfurnier Buche (1594 Euro), erscheint wie aus dem Vollen geschnitzt. Fensterrahmen (294 Euro), Möbelkanten und Tisch sind es tatsĂ€chlich auch. Dieser herausragende QualitĂ€tseindruck bestĂ€tigt sich bei genauerem Hinsehen. SĂ€mtliche Holzteile wurden auch in den SchrĂ€nken sauber entgratet, Elektronikbauteile und Kabel sind ordentlich und gut erreichbar verlegt, die Stoffe passgenau vernĂ€ht. Das Bad besteht komplett aus GFK und hat ein weiß pulverbeschichtetes Auszieh-Waschbecken, das in dem engen RĂ€umchen wertvolle Zentimeter freirĂ€umt. Um Platz fĂŒr einen Kleiderschrank zu lassen, sitzt der KĂŒhlschrank nicht im KĂŒchenblock, sondern unterm Bett. Nachteil: Es gibt keine Durchlade zum Verstauen langer Ladung. Immerhin ruht es sich formidabel – die MDI-Schaummatratze kommt von der benachbarten Matratzenmanufaktur Werkmeister.

Der Ausbau macht unterwegs keinen Mucks

SerienmĂ€ĂŸig kommt der Independent mit 163­-PS-Vierzylinder. Der V6 kostet 4062 Euro extra.

Das hat er: Einiges an Bord, um zu zweit auch abseits befestigter Wege komfortabel unterwegs zu sein. Mit 160-Watt-Solaranlage, Ladebooster und Dieseltherme ist sogar ein gewisses Maß an Autarkie drin. Gimmicks wie die bei dieser Einstiegshöhe nĂŒtzliche Trittstufe (681 Euro) oder das Moskitonetz (421 Euro) mĂŒssen zugebucht werden. Ebenso wie Sicherheits- und Komfortfeatures, die den Sprinter sein volles Potenzial erst ausschöpfen lassen. So fĂ€hrt er: Mit 163 PS, Seitenwindassistent, ESP, Komfortsitzen, Allradantrieb oder etwa verstĂ€rkten Stabilisatoren wartet schon das Basismodell auf. Auch die Bremsen arbeiten hervorragend. Noch besser wird das SicherheitsgefĂŒhl durch Abstandsregeltempomat (1054 Euro) oder Park-Paket mit 360-Grad-Kamera (1642 Euro). Dank guter DĂ€mmung dringen nur wenige FahrgerĂ€usche nach innen, und aus dem Ausbau ist kein Mucks zu vernehmen. Ein SahnehĂ€ubchen ist der seidige V6-Diesel mit 190 PS und Siebenstufen-Wandlerautomatik (2559 Euro), der in unserem Testwagen verbaut war.

Wohnmobil-Test CS Independent

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Fazit von Alex Failing: Wer ein Reisemobil zum Vererben sucht, liegt beim Independent völlig richtig. So viel QualitĂ€t kostet natĂŒrlich – aber Zinsen fĂŒrs Ersparte gibt's ja auch keine. Urteil: vier von fĂŒnf Punkten.

Technische Daten
Motorisierung 419 CDI
Leistung 140 kW (190 PS) bei 3800/min
Hubraum 2987 cm3
Drehmoment 440 Nm bei 1400/min
Höchstgeschwindigkeit 100 km/h (>3,5 t)
Getriebe/Antrieb Siebenstufenautomatik/Allrad
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 93 l/Diesel
LÀnge/Breite/Höhe 5910/2020/2850 mm
Radstand/Bereifung 3660 mm/245/75 R 16
Leergew. fahrbereit/Zuladung (Testmobil) 3118/982 kg
AnhÀngelast (gebremst/ungebremst) 2000-2800/750 kg
Material Wand/Dach/Boden Stahlblech/Stahlblech/Stahlblech
LiegeflÀche Heck L x B 1950 x 1320-1420 mm
KĂŒhlschrank/inkl. Eisfach 90/8 l
Herd Gas, 2 Flammen
Bordbatterie Lithium, 2x 100 Ah
Frisch-/Abwassertank 100/90 l
Gasvorrat/Heizung 1x 2,8 kg/Truma Combi 6 D
Grundpreis 83.400 Euro
Testwagenpreis 123.295 Euro
NĂŒtzliches fĂŒr Camper

"101 Dinge, die ein Wohnmobil-Liebhaber wissen muss"

Preis: 14,99 Euro*

Bruchsicherer Emaille-Becher

Preis: 15,99 Euro

Faltbarer Camping-Wasserkessel

Preis: 17,90 Euro

Dometic Gas-Alarmanlage

Preis: 76,90 Euro

Mellerud Caravan- und Reisemobil-Grundreiniger

Preis: 11,99 Euro

Carpoint Neigungsanzeige-GerÀt 12V

Preis: 20,80 Euro

*Preise: Stand 29.08.2019
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