Cupra Leon VZ EX. und Leon VZ EX. Abt im Vergleichstest
Lohnt sich die Abt-Power beim Cupra Leon?

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Freunde sind sie schon, 2026 werden sie nun auch Partner. Dann kann man "Abt Power" nämlich offiziell beim Cupra-Händler bestellen. Was das bringt? Haben wir getestet!
Bild: Lena Willgalis
Cupra und Abt Sportsline verbindet eine schon länger währende Kooperation, die bislang vor allem im Motorsport ausgelebt wurde. Etwa in Form des DTM-Safety-Cars, in der Formel E oder auch der spektakulären Offroad-Rennserie Extreme E. Künftig sollen jedoch auch Cupra-Serienmodelle vom Tuning-Potenzial der Allgäuer Spezialisten profitieren.
So richtig anlaufen soll die Kooperation übrigens erst 2026. Ab da kann man die Abt-Goodies direkt im Cupra-Konfigurator auswählen und bestellen; derzeit sind die Zutaten nur über die Händler erhältlich. Auch limitierte und maßgeschneiderte Sondereditionen sind im Gespräch – man kann sich also auf einiges freuen.

Der Leon VZ Extreme 2.0 TSI Abt Power ist noch agiler und einen Tick spaßiger dank der Tieferlegungsfedern. Das adaptive Fahrwerk bleibt in Funktion.
Bild: Lena Willgalis
In erster Linie geht es natürlich um Leistung, wie allein schon der Name suggeriert. So bietet das "Abt Power" genannte Paket allem voran 60 Mehr-PS und 50 zusätzliche Newtonmeter. Dazu kommen ein eigener Körperschall-Aktuator, ein neu gelabelter Startknopf, griffgünstig gestaltete Abt-Schaltwippen und straffere Fahrwerksfedern, die nach wie vor mit den serienmäßigen Adaptivdämpfern vermählt werden, gleichzeitig aber auch 30 Millimeter Tiefgang bescheren. In Summe beläuft sich das Leistungspaket auf 3948 Euro inklusive aller Anbauteile und Einbau.
Serien-Leon: schon ab Werk kein Kind von Traurigkeit
Preislich durchaus fair. Wenngleich man allerdings auch sagen muss, dass so ein serienmäßiger Leon 2.0 TSI nun wirklich keine rollende Spaßbremse ist. Vor allem antriebsseitig hatten wir bislang nie den Eindruck, dass großer Nachholbedarf bestünde.

Kleine Details verweisen im Innenraum auf das Upgrade, etwa der Startknopf mit Abt-Branding, die griffgünstigeren Schaltwippen oder die Fußmatten, die ebenfalls ein Abt-Logo tragen.
Bild: Lena Willgalis
Ganz im Gegenteil: Der Serienmotor präsentiert sich hellwach, durchzugsstark und mit seinen 400 Newtonmetern stets so dosiert, dass die aktiv gesperrte Vorderachse die Kraft auch in Vortrieb umwandeln kann. In Kombination mit dem mittlerweile richtig gefühlvoll arbeitenden DSG bringt das Serienauto so durchweg amtliche Fahrleistungen zu Papier: 5,5 Sekunden auf hundert, 18,6 auf zweihundert.
Das Abt-Auto? Kann das freilich noch etwas besser, wobei sich manche Kollegen tatsächlich mehr als die finalen 16,9 Sekunden auf 200 km/h erhofft hatten.
Fahrzeugdaten | Cupra Leon VZ EX. | Cupra Leon VZ EX. Abt |
|---|---|---|
Motorbauart/Aufladung | R4, Turbo | R4, Turbo |
Ladedruck max. | 1,45 Bar | k. A. |
Einbaulage | vorn quer | vorn quer |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
Hubraum | 1984 cm³ | 1984 cm³ |
Leistung kW (PS) bei 1/min | 221 (300)/5300-6500 | 265 (360)/5500-6600 |
Drehmoment Nm bei 1/min | 400/2000-5200 | 450/2500-5300 |
Getriebe | Siebengang-Doppelkupplung | Siebengang-Doppelkupplung |
Antriebsart | Vorderrad | Vorderrad |
Maße Länge/Breite/Höhe | 4399/1799/1444 mm | 4399/1799/1414 mm |
Radstand | 2686 mm | 2686 mm |
Tank-/Kofferraumvolumen | 50/380 l | 50/380 l |
WLTP-Verbrauch auf 100 km | 7,6 l SP | 7,6 l SP |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 57.415 Euro | 61.363 Euro |
Auf der anderen Seite besticht das Power-Plus aber nicht nur durch die besseren Fahrleistungen, sondern mindestens genauso auch durch die exzellente Fahrbarkeit. Diese hat im Gegensatz zur 300-PS-Version nämlich kein bisschen nachgelassen. Die Power ist noch immer hervorragend dosierbar, füllt vor allem den mittleren und oberen Drehzahlbereich und macht das Triebwerk damit auch gefühlt einen Ticken drehfreudiger.

Der Leon hat ein interessantes neues Gesicht mit Sharknose und kupferfarbenem Cupra-Logo auf der Motorhaube.
Bild: Lena Willgalis
Ähnlich verhält es sich mit den Tieferlegungsfedern, die im Großen und Ganzen gut mit den adaptiven Dämpfern harmonieren und vor allem die Reaktion auf Lenkbefehle deutlich nachschärfen. Hinzu kommen die etwas geringeren Wankbewegungen, die für mehr Ruhe bei schneller Kurvenfahrt sorgen.
Kleine Schwächen im Detail
Und nicht zuletzt auch die Hankook-Reifen, die stabile Seitenführung und anhaltende Querbeschleunigung ganz klar über komfortables Einbetten stellen. Tatsächlich dürfte der Reifen nämlich weit mehr zu den (absolut erträglichen) Komforteinbußen beitragen als die Federn.

Schön zu sehen: Die 30 Millimeter Tiefgang bescheren dem Leon einen deutlich satteren Stand.
Bild: Lena Willgalis
Letztere bringen nur die Bremsperformance ein wenig ins Stolpern. Fast wörtlich übrigens, denn der geringere Federweg birgt bei Highspeed-Bremsungen kaum noch Reserven für Fahrbahnanregungen. Folge: Die Vorderachse reagiert stößig auf kleinere Wellen, kommt leicht ins Stempeln und verliert so sieben Meter auf das Serienauto. Auch der Sound ist etwas enttäuschend: zwar knackig, aber doch arg künstlich.
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