Dacia Dokker: Schwachstellen, Mängel, Stärken
Achtung, der Dokker altert schlecht

– Junge Dokker packen's locker, doch schon ab der zweiten HU häufen sich verpatzte Hauptuntersuchungen dieses Raumwunders der rumänischen Low-Budget-Marke. Bitte gut aufpassen!
Bild: Toni Bader
Der Dacia Dokker lockt mit viel Platz zum kleinen Preis und gilt als praktischer Alleskönner. Doch auf lange Sicht wird er beim TÜV schnell zur Zitterpartie – wer sich für ihn entscheidet, sollte mögliche Risiken im Hinterkopf behalten.
Dacia Dokker
- Bauzeit: 2012 bis 2021
- Motoren: 75 PS (dCi) bis 130 PS (TCe 130)
- Preis: ab 5000 Euro
Das ist er: Technisch verwandt mit dem Dacia Lodgy, im Renault-Werk Tanger (Marokko) gefertigt und viel Auto für wenig Geld. Der 4,36 Meter kurze, 1,81 Meter (mit Reling 1,85 m) hohe und 1,75 Meter breite Kastenwagen hat mit ABS, ESP sowie Front- und Seitenairbag für Fahrer und Beifahrer eine nur mäßige Sicherheitsausstattung. Gerade jüngere Gebrauchte mit guter Ausstattung sind gemessen am Neupreis recht teuer.

Sparsames Großraumkonzept: Das Raumangebot des Dokker ist riesig, die Fahrdynamik eher träge.
Bild: Toni Bader
Das kann er: Ganz bodenständig-funktional zur Verfügung stehen – Luxus ist nicht. Die Basisversion hat hinten rechts eine Schiebetür mit Ausstellfenster, die 70 Zentimeter weit öffnet. Die Schiebetür auf der anderen Seite ist erst in den höheren Ausstattungen Serie. Vier Erwachsene und deren umfangreiches Gepäck finden bequem Platz. Das Abteil hinter der asymmetrisch geteilten Hecktür fasst 800 bis 3000 Liter, je nach Motorisierung sind bis zu 600 Kilo Zuladung möglich. Bis 2018 je zwei Benziner und Diesel. 2019 kam unter anderem der TCe 130 hinzu. Keine Siebensitzervariante und kein Allradantrieb. Der Basispreis blieb mit 8990 Euro lange unverändert, das Facelift 2017 brachte 16-Zoll-Räder und eine neue Front.
Das macht Ärger: Ölverbrauch der TCe-Turbobenziner. Böse Überraschungen drohen bei den zahlreichen Reimporten: Für sie gelten womöglich andere Garantien. Rückrufe betrafen unter anderem den Fahrerairbag, brechende Spurstangen, gestörte ABS-Steuereinheiten sowie sich beim Unfall öffnende Schiebetüren. Der ADAC meldet häufig Probleme mit der Kraftstoffpumpe der Baujahre 2017 und 2019 sowie den Zündkerzen des Baujahrs 2016.
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Die erste HU fördert hier wenig zutage, danach häufen sich defekte Achsaufhängungen, Dämpfer und Federn. Nach neun Jahren gesellen sich vermehrt Mängel an den Lenkgelenken hinzu. Schwacher Trost: Die Antriebswellen sind haltbar.
Licht
Nicht gut: Durchweg liegen die Werte in allen Unterkapiteln bis zu sechsmal höher als der Klassenschnitt. Auch die Blinker gehen nicht als hinreichend zuverlässig durch. Im Verhältnis zu allen Probanden ist die hintere Beleuchtung am schlechtesten.
Bremsen
Ab der dritten HU bemängeln die Prüfer die Fußbremse überdurchschnittlich oft. Die Feststellbremse ist meist okay. Bremsleitungen bleiben in den ersten beiden HUs unauffällig, danach steigt die Mängelquote exorbitant. Die Bremsscheiben fallen vor allem bei HU 2 und 3 negativ auf; mängelfrei sind die Schläuche.
Umwelt
Die Abgasanlagen machen nur in Ausnahmen Zicken. Dafür schnellen die Fälle von Ölverlust ab der zweiten HU nach oben. Das gleiche Bild zeigt sich bei der AU.
Dacia Dokker: Mängeleinteilung*
Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher | |
|---|---|---|---|---|
Alter | ||||
2-3 Jahre | 83,3 (Ø 90,1) | 7,2 (Ø 3,5) | 9,5 (Ø 6,4) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 74,8 (Ø 85,9) | 8,5 (Ø 5,0) | 16,7 (Ø 9,1) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 61,8 (Ø 79,1) | 11,7 (Ø 7,3) | 26,5 (Ø 13,6) | 0,0 (Ø 0,0) |
8-9 Jahre | 55,5 (Ø 72,4) | 13,5 (Ø 9,7) | 30,9 (Ø 17,9) | 0,1 (Ø 0,0) |
Fazit
Der macht es einem nicht leicht: Der günstige Alleskönner treibt den Haltern bei der HU die Schweißperlen auf die Stirn. Nach sieben Jahren fällt jeder vierte mit erheblichen Mängeln durch, zwei Jahre später fast jeder dritte. Nur 55 Prozent aus dieser Altersklasse bestehen mängelfrei – Durchschnitt: 72,4 Prozent. Gerade die anfälligen Baugruppen Fahrwerk und Lenkung machen den Werkstattbesuch schnell teuer.
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