Daihatsu stellt den Verkauf von Neuwagen in Europa ein. "Die Daihatsu Motor Co., Ltd., hat heute bekannt gegeben, dass das deutsche und österreichische Vertriebsnetz von Daihatsu zum 31. Januar 2013 aufgelöst wird", heißt es in einer Pressemitteilung der Daihatsu Deutschland GmbH vom 13. Januar 2011. Doch die Toyota-Tochter wird sich nicht nur aus Deutschland und Österreich zurückziehen, sondern auch aus anderen europäischen Märkten. Die Gründe sind vielschichtig: Der starke Yen macht einen gewinnbringenden Export aus Japan nach Europa schwierig, dazu kommen hohe Zölle, die den Preis für Modelle wie Cuore oder Sirion nach oben treiben. In Japan verkauft Daihatsu vor allem sogenannte Kei-Cars ("leichte Autos"), die maximal 3,39 Meter lang sein dürfen und deren Motoren über maximal 660 Kubikzentimeter Hubraum verfügen. Dort liegt der eigentliche Kernmarkt Daihatsus.

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Daihatsu Copen
Bild: Toni Bader
Zuletzt hatte Daihatsu die Modellpalette für Deutschland gestrafft, vom Mini-Van Materia und vom Mini-Roadster Copen werden nur noch Restbestände abverkauft, der Trevis wurde bereits 2009 eingestellt. 2010 verzeichnete Daihatsu in Deutschland 5317 Neuzulassungen, das waren 49,8 Prozent weniger als im Jahr 2009. Im Jahr der Abwrackprämie (2009) profitierten die Japaner vom Boom der günstigen Kleinwagen und verkauften immerhin 10.600 Autos. Bestseller 2010 waren der Sirion (1912 Einheiten, minus 65 Prozent gegenüber Vorjahr) und der Cuore (1386 Einheiten, minus 46,5 Prozent). Besitzer von Daihatsu-Fahrzeugen und Käufer von Neuwagen müssen sich wegen der Einstellung des Vertriebs laut eines Daihatsu-Sprechers trotzdem keine Sorgen machen: Das Unternehmen werde auch über 2013 hinaus die Versorgung mit Ersatzteilen sicherstellen, Garantieansprüche würden weiterhin gewährleistet. Den etwa 300 Vertriebspartnern von Daihatsu wird am 31. Januar 2013 gekündigt, sie können jedoch auf eigenen Wunsch weiter als Servicepartner tätig sein.

In der Bildergalerie: Die Daihatsu-Neuzulassungen im Jahr 2010