Darum steht Vettel zu seiner Auto-Leidenschaft
Sebastian Vettel: "Das Auto ist ein Kulturgut"

Sebastian Vettel hat seinen Rennhelm an den Nagel gehängt, kann vom Auto aber nicht lassen.
Bild: Batchelor / XPB Images
Sebastian Vettel (36) macht sich seit Jahren für den Umweltschutz stark – doch das Auto will er trotz Rücksicht auf den Klimawandel nicht missen. „Autos und Motorräder sind Kulturgut. Viel Gutes ist daraus entstanden. Wir sollten sie nicht abschaffen, sondern am Leben erhalten“, sagt der viermalige Formel-1-Weltmeister in einem Interview mit dem Red Bulletin.
„Ich finde es wichtig, nicht von Verbot und Verzicht zu reden, sondern die Alternativen hervorzuheben, und die gibt es ja oft schon“, so der 36-Jährige. Dabei solle man Veränderung als etwas Positives sehen. Der Heppenheimer betont: „Der Wandel ist längst angelaufen. Es ist keine Frage des Ob, nur noch eine Frage des Wann. Die Mehrheit versteht das auch. Jetzt geht es ans Gestalten und Machen.“
Dabei sieht Vettel die E-Mobilität nicht als einzige Lösung. „In der Mobilität ist der Wandel zur E-Mobilität der erste Schritt – aufgrund des im Moment noch unschlagbaren Wirkungsgrades“, sagt er. „Wasserstoff ist aber auch superspannend. Generell glaube ich nicht an die eine einzige Lösung, sondern an eine Kombination vieler Bausteine.“

Sebastian Vettel hat seinen Rennhelm an den Nagel gehängt, kann vom Auto aber nicht lassen.
Bild: Aston Martin
Fest steht allerdings auch für den ehemaligen Formel-1-Rennfahrer: Der Wert des Autos hat sich verändert. Vettel: „Noch in meiner Generation haben deutlich mehr Jugendliche den Führerschein gemacht als heute, weil das Auto kein so zentrales Thema mehr ist. In der Väter-Generation war noch völlig klar, dass man Führerschein macht und ein eigenes Auto besitzt. Wandel geschieht. Skeptiker gab es schon beim Umstieg von der Pferdekutsche aufs Auto.“
Er selbst lässt sich seine Leidenschaft für Zwei- und Vierräder nicht nehmen. Gelegentlich fahre auch er selbst mit seinen „alten Motorrädern“ nur zum Spaß durch die Gegend: „Das macht mir schon noch immer sehr viel Freude.“ Voraussetzung ist für ihn aber, dass er seine Oldtimer klimaneutral bewegen kann.
Vettel: „Motorräder lassen sich mit synthetischen Kraftstoffen betreiben. Die produzieren zwar noch immer Schadstoffe, aber nur so viele, wie vorher gebunden wurden. Von Biofuels bin ich kein Fan. Hier wird Land genutzt, um Futter anzubauen, um daraus Treibstoff herzustellen – nicht so der Hit. Das können wir besser. Motorsportfans muss man ohnehin nicht erklären, wie großartig es sich anfühlt, wenn ein V8 angeschmissen wird. Da spürt man was. Wir müssen es bloß besser gestalten.“
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