Das Auto im Pfandhaus
Trennung auf Zeit

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Ebbe in der Kasse? Da hilft das Autopfandhaus. Aber Vorsicht, die Kosten sind hoch. Der Gang zum Pfandleiher ist die letzte Alternative. Wer nicht sicher ist, sollte die Finger davon lassen.
Das kann jedem mal passieren: Kein Geld mehr auf dem Konto, der Dispokredit voll ausgeschöpft – und trotzdem noch Geldbedarf. Was dann? Eine Lösung, die immer populärer wird: der Pfandleiher. Rund 500 Millionen Euro borgen sich die Deutschen heute jährlich in den Leihhäusern des Landes. Früher wurden fast ausschließlich Schmuck und Gegenstände aus dem Haushalt verpfändet, seit einigen Jahren kann man aber auch sein Auto vorübergehend zu Geld machen. Vorteile: Den Sofortkredit vom Leihhaus gibt es ohne Schufa-Auskunft, Bonitätsprüfung und bürokratischen Aufwand. So funktioniert der Weg zum Baren: • Der Pfandleiher darf nicht machen, was er will, Ablauf und Zinsen sind in der "Verordnung über den Geschäftsbetrieb der gewerblichen Pfandleiher" fixiert. Aber: Ab einem Betrag von 300 Euro dürfen Leihhäuser die Gebühren für Lagerung und Abwicklung selbst festlegen. Das kann die Kosten treiben.

Bild: Harald Almonat
• Dazu kommen monatliche Gebühren für Bewertung Bearbeitung und Versicherung. Bis 300 Euro Kredit liegen die Gebühren bei bis zu 6,50 Euro pro Monat. Ab 300 Euro ist die Höhe nicht festgelegt. Was passiert, wenn der Kredit nicht zurückgezahlt wird? • Nach Ablauf des Vertrags muss der Pfandleiher dem Kunden eine Frist von einem Monat zur Rückzahlung einräumen. • Lässt der Kunde diese Frist verstreichen, wird das Pfand durch einen vereidigten Auktionator versteigert.
• Der Erlös der Versteigerung deckt die Kreditsumme des Pfandleihers. Oder auch nicht – dann hat er ein schlechtes Geschäft gemacht. Der Kunde muss dann nichts nachschießen. Wird aber ein höherer Betrag erzielt, geht der Überschuss an den Kunden. Doch Vorsicht: Verglichen mit einem Dispokredit zu zwölf Prozent Zinsen, liegen die Kreditkosten im Leihhaus um das Sechsfache höher – die Fahrt zum Pfandleiher bleibt also tatsächlich die letzte Wahl. Tipp von AUTO BILD-Redakteur Benedix Krohn: Der Gang zum Pfandleiher ist die letzte Alternative. Wer nicht sicher ist, dass er seinen Pfand wieder auslösen kann, sollte die Finger davon lassen. Dann das Auto lieber verkaufen, die hohen Kosten sparen.
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