Er zählt zu den prägenden Persönlichkeiten der internationalen Autoindustrie und zugleich zu den leidenschaftlichsten. Akio Toyoda steht wie kaum ein anderer für die Verbindung aus Tradition, Technik und echter Begeisterung fürs Fahren. Der Enkel von Kiichirō Toyoda, dem Gründer von Toyota, hat den Konzern nicht nur wirtschaftlich erfolgreich geführt, sondern ihm eine Seele gegeben: mit Respekt, Demut und einer aufrichtigen Liebe zu Autos.
Akio Toyoda studierte Rechtswissenschaften an der Keio-Universität, später Management am Babson College in den USA. 1984 trat er ins Unternehmen ein, durchlief Produktion, Entwicklung, Marketing und Vertrieb. Er lernte dabei das Unternehmen so kennen, wie andere eine Rennstrecke: Kurve für Kurve. Denn er ist überzeugt: Gute Autos entstehen nur, wenn man sie wirklich versteht. Er war zuletzt Präsident und CEO der Toyota Motor Corporation, seit April 2023 ist er Vorsitzender (Chairman) des Unternehmens.
Video-Grußbotschaft von Akio Toyoda
Toyota-Chef Akio Toyoda konnte leider nicht live an der Verleihung des Goldenen Lenkrads teilnehmen. Er ließ es sich aber nicht nehmen, seiner Rührung über die Prämierung für sein Lebenswerk mittels einer Video-Botschaft Ausdruck zu verleihen.
Bild: Christian Spreitz

Unternehmer, Rennfahrer und echter Autofan

Was Akio Toyoda von anderen Führungspersönlichkeiten unterscheidet: Viele teilen seine Leidenschaft fürs Auto, doch bei ihm kommt sie aus tiefstem Herzen, mit jener fast kindlichen Freude am Automobil und dem ungebrochenen Enthusiasmus eines echten Autofans.
Akio Toyoda, Aufsichtsratsvorsitzender von Toyota, im Rennanzug
Ein Mensch, zwei Seiten: Akio Toyoda im Anzug als Chef von Toyota (Bild oben) – und im Rennanzug als Morizo, der Fahrer aus Leidenschaft.
Bild: picture-alliance/dpa
Unter seinem Rennfahrer-Pseudonym Morizo steigt er selbst ins Cockpit. Anfangs nutzte er diesen Namen in den 2000er-Jahren, wenn er bei Langstreckenrennen startete, etwa auf dem Nürburgring. Heute ist daraus ein Symbol seiner Haltung geworden. Es gibt sogar ein Sondermodell des GR Corolla, das seinen Fahrernamen trägt: die GR Corolla Morizo Edition. Es wird berichtet, dass er sogar seinen Dienstwagen von Gazoo Racing überarbeiten ließ: den Toyota Century GRMN, eine Hochleistungsversion der japanischen Staatslimousine. Mehr Symbolik geht kaum: Luxus, Handwerk und Motorsport, vereint in einem Auto.

Lieber Akio, lieber Morizo. Danke, dass Du zeigst, wie man als Vorsitzender nicht nur dirigiert, sondern auch ins Lenkrad greift. Herzlichen Glückwunsch und meinen tiefen Respekt!

Trainiert wurde er persönlich von Hiromu Naruse, dem legendären Chef-Testfahrer von Toyota, bekannt als "Master Driver". Naruse lehrte Toyoda das Fahren am Limit. Auf der Rennstrecke ebenso wie auf der Landstraße und prägte sein Verständnis dafür, was ein gutes Auto ausmacht. Von Naruse stammt auch der Satz, der Toyoda bis heute begleitet: "Jemand an deiner Stelle, der sich kaum mit dem Fahren auskennt, sollte auch nicht über Autos urteilen." Toyoda nahm sich das zu Herzen und fuhr. Beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring, bei Testfahrten in Japan, bei internen Entwicklungsläufen. Unter seiner Führung entwickelte sich die Marke neu: weg vom reinen Pragmatismus, hin zu Charakter, Leidenschaft und fahrerischem Anspruch. "Making ever-better cars" – bessere Autos, für bessere Fahrer.
Tomodachi-Sticker (Freunde-Sticker) von Akio Toyoda
Akio Toyoda verteilt Aufkleber im Stil japanischer Tomodachi-Sticker, Freunde-Sticker, die in der heimischen Carguy-Szene als Zeichen von Verbundenheit getauscht werden.
Bild: picture-alliance/dpa
Doch Toyoda ist nicht nur Rennfahrer und Visionär, sondern auch jemand mit sozialem Bewusstsein. Toyota engagiert sich seit Jahren für den Parasport und fördert damit eine inklusive Mobilität, die über das Auto hinausreicht. Für Toyoda ist das kein PR-Projekt, sondern Teil seiner Überzeugung: Technologie soll Menschen bewegen, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. So steht Akio Toyoda heute für eine seltene Mischung: Unternehmenslenker und Carguy, Visionär und Traditionalist, Rennfahrer und Mensch. Einer, der zeigt, dass Leidenschaft für Technik und Verantwortung füreinander keine Gegensätze sind.