Mercedes M 120 mit zwölf Zylindern
Datsun 240Z mit Mercedes-V12 statt Reihensechszylinder

Reihensechser, geringes Gewicht, klare Linien – seit Jahrzehnten steht der Datsun 240Z für japanische Sportwagen-Tradition. Doch dieses Exemplar stellt alles auf den Kopf: Unter der langen Haube arbeitet plötzlich ein Triebwerk, das hier niemand erwartet!
Bild: tung.tied/Instagram
Das ist selbst in der 240Z-Szene kein alltäglicher Umbau: Wo früher ein japanischer Reihensechszylinder brummte, steckt nun ein Sechsliter-V12 aus dem Mercedes SL 600! Der legendäre M 120 mit zwölf Zylindern fand ursprünglich seinen Platz in einer Luxuslimousine. Jetzt arbeitet er im deutlich leichteren 240Z.
Die Idee dazu stammt von den US-YouTubern Jordan Easter und Michael Tung. Die beiden dokumentieren ihre Umbauten im Netz und bauen seit Jahren an außergewöhnlichen Projekten. Ursprünglich war der M120-V12 für einen Mazda RX-7 gedacht, der ebenfalls Teil ihres Fuhrparks ist.

Klassische 70er-Jahre-Linie trifft auf kompromisslosen Umbau: Dieser 240Z ist alles andere als Serie!
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Doch im RX-7 wurde es schlicht zu eng für den Zwölfzylinder. Im Datsun dagegen bietet die lange Motorhaube deutlich mehr Platz – und genau das machten sich die beiden zunutze.
Technik aus Stuttgart im Japan-Klassiker
Einfach hineingesetzt wurde der Motor natürlich nicht. Für die Verbindung sorgt ein Glockengehäuse aus dem S 600 mit Adapterplatte, dahinter sitzt ein robustes Sechsgang-Schaltgetriebe. Die Motorsteuerung übernimmt ein frei programmierbares System namens Megasquirt MS3 Pro ECU – es ist notwendig, um den Mercedes-V12 sauber im japanischen Klassiker zum Laufen zu bringen.

Sechs Liter Hubraum, zwölf Zylinder: Der Mercedes M 120 aus dem S 600 füllt den Motorraum des Datsun 240Z komplett aus.
Bild: tung.tied/Instagram
Gebaut wurde der 240Z ursprünglich für den Empire Hill Climb, ein amerikanisches Bergrennen, bei dem stark modifizierte Fahrzeuge auf abgesperrter Strecke gegen die Uhr antreten. Entsprechend blieb es nicht beim reinen Motorumbau: Fahrwerk und Bremsen wurden verstärkt, auch die Sicherheitsausstattung entspricht den Anforderungen des Wettbewerbs. Und dann ist da noch die Abgasanlage – groß dimensioniert und alles andere als zurückhaltend.
Zwölf Zylinder, völlig neuer Charakter
Der M 120 ist eigentlich für seine Laufkultur in Luxuslimousinen bekannt. Im 240Z wirkt er jedoch deutlich rauer und direkter. Statt klassischem Reihensechser-Sound dominiert nun das helle, drehfreudige Kreischen eines frei atmenden Zwölfzylinders.
Umbauten gehören beim 240Z seit Jahren zur Szene. Das Modell gilt als beliebte Basis für Leistungsprojekte, weil es technisch vergleichsweise simpel aufgebaut ist und viel Spielraum für Individualisierung bietet.
Ganz abgeschlossen ist das Projekt noch nicht. Langfristig wollen Easter und Tung eine bessere 240Z-Karosserie finden und die komplette Technik übernehmen. Danach soll der V12-Z vor allem eines: Kilometer sammeln.
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