Fahrbericht Dethleffs Globeline T6613 EB

Dethleffs Globeline T6613 EB: Fahrbericht

Zurück zu den Wurzeln

22 Jahre nach der Einführung der Baureihe präsentiert Dethleffs erneut einen Globeline auf Basis des Mercedes Sprinter. AUTO BILD REISEMOBIL ist mit dem Teilintegrierten auf Tour gegangen.
Wir schreiben das Jahr 1997: Die neue Generation des Mercedes Sprinter hat bereits zwei Jahre zuvor den "Bremer Transporter" genannten T1 abgelöstfür die Reisemobilbauer von Dethleffs damals der richtige Zeitpunkt, die ersten Modelle auf der neuen Basis aus Stuttgart zu präsentieren. Die Kunden können zwischen drei Alkovenmodellen und einem Integrierten wählen. Der gemeinsame Familienname dieser Neuzugänge: Globeline. Heute, 22 Jahre später: Nach langer Sternen-Abstinenz entscheidet sich die Traditionsmarke aus dem Allgäu erneut für einen Globeline auf Basis des aufgehübschten Mercedes Sprinter – dieses Mal allerdings in Form eines Teilintegrierten. Während Dethleffs 1997 mit einem stärkeren Motor und besser abgestimmtem Fahrwerk argumentierte, stehen heute moderne Fahrassistenzsysteme, Infotainment und umweltfreundliche Abgaswerte im Fokus vieler Reisemobilkunden.  

Dethleffs Globeline T6613 EB: Das ist er

Groß und gemütlich ist der Globeline – dank dicker Polster, großer Dachluke und dem 2,33 Meter breiten Aufbau.

Ein klassischer Teilintegrierter unter sieben Meter
Länge auf einem der modernsten Basisfahrzeuge, das die Branche derzeit zu bieten hat. Wobei "klassisch" in diesem Fall nicht konservativ bedeutet. Der Grundriss aus Längseinzelbetten im Heck, Küchenzeile auf der rechten Fahrzeugseite, Bad links, Halbdinette und drehbaren Sitzen vorn hat sich bewährt und ist unter Reisemobilisten sehr beliebt. Bisher gibt es den Globeline ausschließlich in dieser von uns getesteten Variante T 6613 EB. Unser Testwagen war zusätzlich mit einem elektrischen Hubbett (1549 Euro) ausgestattet. Das helle Interieur mit einem Boden in Betonoptik unterstreicht den modernen Charakter des Globeline. Das Zusammenspiel der weißen Schrankklappen, dem teilweise schokobraunen Strukturstoff der Polster, Akzenten aus warmem Holzdekor, den sanften LED-Spots und einem wunderbar großen Dachfenster garantieren gemütliche Wohnqualität. Die dicken Polster und Kissen der L-Sitzgruppe sorgen dafür, dass die Sitzecke tatsächlich für ausgedehnte Abendessen genutzt werden kann. Das Badezimmer ist dagegen recht kompakt gehalten. Die Dusche lässt sich mit Kunststoffwänden von der Toilette und dem Waschbecken abtrennen, doch ein wenig mehr Bewegungsfreiheit wäre wünschenswert. 

Was bietet der Globeline?

Neben viel Stauraum und einer üppigen Heckgarage mit zwei großen Garagenklappen eine 
recht ordentliche Serienausstattung. Dazu gehören unter anderem drehbare Pilotensitze, 
ein großes Dachfenster über der Sitzgruppe sowie isolierte und beheizte Frisch- und Abwassertanks. Kurbelstützen im Heck (309 Euro) und 142-Liter-Kühlschrank mit integriertem Grill und Backofen (479 Euro) stehen auf der Liste der Optionen. Zusätzlich ist unser Testwagen mit dem Chassis- und dem Assistenz-Paket (6499 bzw. 3799 Euro) ausgestattet. Konkret heißt das: Multifunktions-Lederlenkrad, Multimediasystem mit 10-Zoll-Touchscreen, Klimaanlage, Beifahrerairbag, Ganzjahresreifen, 93-Liter-Dieseltank, Rückfahrkamera, Siebenstufenautomatik, Abstandsregler und Spurhalteassistent. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass die Features, mit denen sich der Sprinter vom herkömmlichen Basisfahrzeug abhebt, noch einmal 10.298 Euro kosten. Wer sich einen Dethleffs mit Stern wünscht, sollte sich dessen bewusst sein. 

Trotz knapp sieben Meter Länge leichtfüßig durch das Allgäu

Der Globeline ist ein klassischer Teilintegrierter unter sieben Meter Länge auf einem der modernsten Basisfahrzeuge, das die Branche derzeit zu bieten hat.

Muss noch viel geschrie
ben werden über den spurtstarken und kräftigen Motor, das toll gefederte Fahrwerk, die zuverlässigen Assistenzsysteme und das butterweich schaltende Automatikgetriebe? Auf jeden Fall, denn der neue Sprinter bringt das Reisen mit dem Wohnmobil auf die nächste Evolutionsstufe – weg vom zweckmäßigen, ruppigen Lastesel, hin zum maximal komfortablen, konsequent automotiven Basisfahrzeug in Größe XL, das dem Alltagswagen in nichts nachsteht. Unsere Testfahrt über die schmalen, von saftig grünen Wiesen gesäumten Landstraßen des Allgäus ist purer Genuss. Mit 143 PS (Serie) schlängelt sich der Globeline geradezu leichtfüßig durch die Hügellandschaft, während das von Mercedes 7G-Tronic genannte Automatikgetriebe zuverlässig und unauffällig seinen Dienst verrichtet. Die Distronic reagiert auch in dem großen Teilintegrierten frühzeitig, hält ausreichend Abstand zum Vordermann und bremst bei Bedarf stellvertretend für den Fahrer auch mal etwas beherzter. Mit knapp unter sieben Meter Länge und 3,76 Meter Radstand lässt sich der Teilintegrierte gut beherrschen, ohne im Wohnraum Kompromisse eingehen zu müssen. Die Rückfahrkamera aus dem Chassis-Paket entspannt das Rangieren zusätzlich. So macht Fahren wirklich Spaß!

Technische Daten
Motorisierung 414 CDI
Leistung 105 kW (143 PS) bei 3800/min
Hubraum 2143 cm3
Drehmoment 330 Nm bei 1200 bis 2400 U/min
Höchstgeschwindigkeit 135 km/h
Getriebe/Antrieb Siebenstufenautomatik/Hinterrad
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 71 l/Diesel 21 l/AdBlue
Länge/Breite/Höhe 6960/2330/3000 mm
Radstand/Bereifung 3670 mm/235/65 R 16 C
Leergew. fahrbereit/Zuladung (Testmobil) 2950/550 kg
Anhängelast (gebremst/ungebremst) 2000/750 kg
Material Wand/Dach/Boden GFK/GFK/GFK
Stärke Wand/Dach/Boden 34/35/49 mm
Isolierung Wand/Dach/Boden XPS/XPS/XPS
Liegefläche Hubbett L x B 2000 x 950 mm
Liegefläche Heck L x B 1850 x 800 und 1950 x 900 mm
Kühlschrank/Eisfach 142/9 l
Herd 3 Flammen
Bordbatterie 95 Ah
Frisch-/Abwassertank 110/100 l
Gasvorrat/Heizung 2x 11 kg/Truma Combi 6
Basispreis 63.999 Euro
Testwagenpreis 83.691 Euro
Fazit: Aufgewärmt schmeckt nur Gulasch? Von wegen! Der neu aufgelegte Globeline ist in Sachen Basisfahrzeug und Wohnlichkeit ein echter Leckerbissen. Hier kommen Mercedes' hochmoderne Fahrzeugtechnik und Dethleffs' jahrzehntelange Erfahrung im Reisemobilbau zusammen!

Autor: Jenny Zeume

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