Deutsche gegen ein Verbrenner-Aus
Jeder Zweite gegen das Verbrenner-Verbot oder fürs Verschieben

– In Europa wächst der Widerstand gegen das für 2035 geplante Verbrenner-Aus: Vor allem in Deutschland und einem weiteren Land wollen viele Leute laut einer Umfrage ein Streichen oder ein Aus der Pläne. Alle Infos!
Bild: DPA
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Die Klimaziele der EU stehen fest, das Aus für neue Verbrenner ab 2035 ebenfalls – doch die Autofahrer in Deutschland und einem Nachbarland lassen sich davon nicht überzeugen. Einer aktuellen Umfrage zufolge sind die Hälfte der in Deutschland und Österreich befragten Autofahrer entweder für den kompletten Abschied vom Verbrenner-Aus oder für dessen Verschieben auf eine Zeit nach 2035.
Allerdings ist das europäische Bild gespalten. Die aktuelle Umfrage von AutoScout24 (Partner von AUTO BILD) in sechs europäischen Ländern hat ergeben: Während sich die Befragten in Deutschland und Österreich mit deutlicher Mehrheit für ein Rückgängigmachen oder Verschieben des festen Enddatums für Diesel und Benziner aussprechen, nimmt der Widerstand in Frankreich und Italien schon deutlich ab. In beiden Ländern fordern 26 Prozent ein Abschaffen des Verbrenner-Aus, für ein Verschieben der Pläne sind beide mit identischen 23 Prozent.
Ganz anders die Ergebnisse aus Belgien und den Niederlanden: Rund 17 Prozent der Belgier wollen das Verbrenner-Aus komplett kippen, ganze 13 Prozent der Holländer. Für ein Verschieben der Regel ist gut ein Viertel der Belgier (26 Prozent) und 28 Prozent der Niederländer. In Belgien sind Befürworter des Verbrenner-Aus und Gegner auf gleicher Höhe: 43 Prozent der Befragten sind für ein Beibehalten des Enddatums (37 Prozent fürs Beibehalten und sechs Prozent fürs Vorziehen, das entspricht der Summe der Enddatums-Kritiker). In den Niederlanden votieren 40 Prozent für den Verbrenner-Abschied 2035, fünf Prozent für dessen Vorziehen.
Hierzulande fällt der Widerstand gegen das Verbrenner-Verbot stark aus: 34 Prozent aller Befragten sind für das Aus vom Aus, ergab die aktuelle Umfrage. Weitere 20 Prozent sind für ein Verschieben nach 2025, und vier Prozent sprechen sich gar dafür aus, das Verbrenner-Verbot durch ein E-Auto-Verbot zu ersetzen. Je älter die Befragten, desto stärker die Fürsprache für den Verbrenner: Die Generation 55 Plus spricht sich zu 51 Prozent für ein komplettes Abschaffen des EU-Plans aus.
Genau umgekehrt dagegen ist die Haltung der Jüngeren in Deutschland. Rund 44 Prozent der 18- bis 24-Jährigen sind für ein Beibehalten des Enddatums für Benziner und Diesel ab 2035. Schon die nächste Altersgruppe, also die 25- bis 34-Jährigen, entscheidet sich anders: Zwar sind auch hier 44 Prozent für ein Aus, aber gleichzeitig votieren 48 Prozent für ein Aus des Vorhabens oder dessen Verschieben. Ab 35 Jahren wächst die Ablehnung des festen Enddatums sprunghaft, die Gruppe der 35- bis 44-Jährigen lehnen die EU-Pläne schon zu 57 Prozent ab (Aus oder Verschieben). Noch stärker dagegen sind die 45- bis 54-Jährigen (64 Prozent) und die 55- bis 64-Jährigen (69 Prozent Ablehnung).
Kurz vor der Bundestagswahl dürften die Politiker Zahlen wie diese besonders interessiert zur Kenntnis nehmen, könnte man erwarten.
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