Der deutsche Lauf zur Tourenwagen-WM in Oschersleben (3.–5. September) läutet die entscheidende Phase der Meisterschaft ein. Die Favoritenrolle hat Chevrolet inne, doch Seat und BMW sind ihnen auf den Fersen.
Sascha Höpfner
Sie rempeln und stoßen, drängeln um jeden Zentimeter. Die eigene Position wird mit aller Kraft verteidigt und der Vordermann aufs Härteste attackiert. Die Gangart in der Tourenwagen-WM ist rau und nimmt an Intensität zu, denn die heiße Phase der Meisterschaft beginnt. Die Vorzeichen für einen spannenden deutschen WM-Lauf in Oschersleben könnten nicht besser sein. In der Fahrerwertung trennen die besten vier Wettbewerber Muller, Tarquini, Priaulx und Huff nur 32 Punkte. Ähnlich stellt sich die Situation bei den Herstellern dar. Zwar hat Spitzenreiter Chevrolet 40 Zähler Vorsprung auf Seat und sogar 63 Zähler auf BMW, bei maximal 86 zu vergebenen Punkten pro Wochenende ist das allerdings kein sicheres Polster.
BMW hat die fünfwöchige Sommerpause ausgiebig zu Testzwecken und der Weiterentwicklung ihres Einsatzfahrzeugs genutzt. Andy Priaulx (36), dreimaliger WTCC-Gewinner und Werksfahrer der Münchner, zeigt sich optimistisch: "Wir waren schon immer stark in Oschersleben." Sein brasilianischer Teamkollege Augusto Farfus (26) pflichtet ihm bei: "Letztes Jahr habe ich hier gewonnen, ich mag den Kurs und freue mich auf das Rennen, vor allem, weil es unser Heimrennen ist." Die dieselgetriebenen Gegner aus dem Hause Seat blicken hingegen weniger euphorisch voraus. "Diese Art von Rennstrecke liegt unserem Auto nicht so gut", wirft der amtierende Weltmeister Gabriele Tarquini (48) ein. Tom Coronel (38) fügt hinzu: "Der Kurs ist passend für einen Benziner und am besten für einen Fronttriebler."
Gleiches Zusatzgewicht für das Hersteller-Trio
Bild: xpb.cc
Damit wäre wieder Tabellenführer Chevrolet in der besten Ausgangsposition. Denn sie setzen wie BMW auf einen 2,0-Liter-Benzinmotor unter der Haube, übertragen aber im Gegensatz zu den Bayern die Kraft per Vorderachse. Wie eng es derzeit in der Tourenwagen-WM zugeht, beweist auch das Kompensationsgewicht für den deutschen Lauf. Es soll Leistungsunterschiede durch eine Rundenzeitkalkulation herausstellen und diese durch Zusatzballast beheben. In Oschersleben müssen alle Werksautos 40 Kilogramm zuladen. Wollen auch Sie die spannenden Rennen vor Ort miterleben? Tagestickets erhalten Sie Freitags für zehn Euro, Samstags für 20 Euro und Sonntags für 25 Euro an den Tageskassen vor Ort oder im Internet unter: http://shop.motorsportarena.com. Ein Wochenendticket kostet 35 Euro. Damit gelangen Sie in alle geöffneten Bereiche sowie ins Fahrerlager.