Der ADAC musste 2019 über 3,7 Millionen Mal Pannenhilfe leisten, das sind im Durchschnitt mehr als 10.000 Einsätze täglich. Alle Daten der insgesamt 113 Pkw-Modellreihen von 25 Automarken wurden in der Pannenstatistik 2020 ausgewertet und geben ein objektives Bild über die Zuverlässigkeit der einzelnen Modelle. Besonders für den Kauf eines Gebrauchtwagens sind dies nützliche Informationen. Neben den Tops und Flops nennt der Automobilklub aber auch die Gründe, die in den meisten Fällen für das Liegenbleiben der Fahrzeuge gesorgt haben.

Tops und Flops der Pannenstatistik

Diese Autos haben die meisten Pannen
Ältere E-Klassen von Mercedes geben ein mittlerweile schon gewohnt schlechtes Bild ab.
Obwohl die meisten Fahrzeugmodelle je nach Baujahr und Einsatz stets unterschiedlich abschneiden, gibt es dennoch Automodelle, die kaum liegenbleiben und andere, die besonders häufig liegenbleiben. Bei der aktuellen Auswertung zeigt sich, dass besonders Modelle der deutschen Premiumhersteller sich als besonders zuverlässig erwiesen. So haben Audi (A1, A3, A4, A5, Q3, Q5, A6), BMW (1- und 2er, X1, 3- und 4er, X3, 5er) sowie Mercedes (A-, B-Klasse, CLA, GLA, GLC, GLK, GLE) am besten abgeschnitten. Viele Pannen hatte hingegen die Mercedes E-Klasse. Verursacht wurden diese durch Probleme an Bauteilen wie dem Anlasser, dem Zündschloss und der Batterie, dazu noch Defekten an der Lenkung. Erst mit den Baujahren 2013/2014 geht es bergauf.Ebenfalls wenig anfällig sind Modelle von Toyota (Aygo, Yaris), Mitsubishi (Space Star, ASX) sowie besonders viele kleine Fahrzeuge. Darunter auch der Citroën C3, Honda Jazz, Mazda CX-3, Renault Captur, Fiat Punto sowie der Mini. Einige Stadtflitzer fielen dem ADAC hingegen negativ auf. Mit bedenklich hohen Pannenwerten waren das Modelle von Smart (Fortwo und Forfour), der Fiat 500 sowie der Hyundai i20. Aber auch Familienlieblinge wie Ford S-Max, Seat Alhambra und sein nahezu baugleicher Bruder VW Sharan sowie zwei Modelle von Opel (Meriva und Insignia). Besonders schlecht schnitten der Nissan Qashqai sowie der Kia Ceed (Baujahr 2011) ab. Lag es beim Qashqai meist an der Batterie, sind es beim Ceed gleich mehrere Pannenursachen, was beim Gebrauchtwagenkauf natürlich alles andere als hilfreich ist.

Die häufigsten Defekte

Diese Autos haben die meisten Pannen
Die meisten Einsätze hatten hauptsächlich mit defekten Batterien zu tun.
Doch weshalb blieben die Fahrzeuge meist liegen? Laut der Pannenstatistik 2020 des ADAC war die Batterie mit 41,8 Prozent die häufigste Ursache, warum ein Fahrzeug liegengeblieben ist. Meist passierte dies zwischen dem fünften und sechsten Jahr, was der durchschnittlichen Lebensdauer einer 12-Volt-Bordbatterie entspricht. Aber auch viele junge Fahrzeuge blieben mit leerer oder defekter Batterie liegen. Grund dafür könnten unter anderem die zahlreichen elektrischen Verbraucher an Bord sein. Bei 17,4 Prozent der Fahrzeuge gab es Probleme mit dem Motor. Dazu zählen zum Beispiel Einspritzung, Sensorik und Zündung. Die Elektrik, also unter anderem der Anlasser oder auch Beleuchtung, macht 10,6 Prozent aller Pannen aus.
 
Mit 7,4 Prozent zwar noch nicht besorgniserregend, dennoch mit steigendem Anteil, fielen Reifenpannen auf. Dies führt der ADAC auf den oftmals fehlenden Reservereifen zurück. Im Fahrzeug befindet sich heutzutage meist nur ein Repair-Kit für Pneus, das oftmals umständlich zu bedienen ist. Auch stellen Autobesitzer erst bei einer Panne fest, dass das Repair-Kit fehlt oder sein Haltbarkeitsdatum überschritten ist. Fehlende Ersatz- beziehungsweise Noträder veranlassten offenbar viele Fahrer, die Gelben Engel zu rufen, anstatt wie früher den Reifen selbst zu wechseln.

Bildergalerie

ADAC Pannenstatistik 2020
ADAC Pannenstatistik 2020
ADAC Pannenstatistik 2020
Kamera
ADAC-Pannenstatistik 2020

Von

Adele Moser