Denken Dynamik-Junkies an Fahrspaßgranaten, dürfte ein BMW 125d wohl nur unter ferner liefen rangieren. Tuner Dieselspeed will das ändern und schnappt sich den Topdiesel. Mit der Front des M235i schafft er einen Optik-Hybriden, 272 PS und 540 Nm rechtfertigen den Auftritt. Das maximale Drehmoment fungiert denn auch als Namensgeber des d 540 Evo, der zeigen soll, dass Schnelligkeit und Agilität keine reine Benziner-Domäne sind.

Bei den Fahrleistungen wird die Serie deutlich übertroffen

BMW Dieselspeed d 540 Evo M 235d
Schneller Sprinter: Der Dieselspeed d 540 Evo erreicht Tempo 100 bereits nach 5,4 Sekunden.
Bild: Bernd Hanselmann
Um die Verwirrung komplett zu machen, prangt am Heck des d 540 Evo ein M235d-Schriftzug. Mit dem Leistungsplus von 54 PS und 90 Nm beschleunigt der Dieselspeed in 5,4 Sekunden auf 100; damit liegt er nur 0,4 Sekunden hinter der Werksangabe des M235i, den Serien-125d lässt er 1,1 Sekunden hinter sich. Aber auch jenseits der 200 km/h drückt der getunte 1er spürbar kräftiger voran; in der Spitze distanziert er das Serienauto um 10 km/h. Trotz des guten Antritts fehlt es zum Kurvenausgang hin an Kraft, um das Heck zum Mitlenken zu bewegen. Das mag aber auch am von Dieselspeed gewählten Rennstrecken-Set-up liegen mit haftstarken Hankook Ventus V12 an der Hinter- und Michelin-Pneus auf der Vorderachse – eine ungewöhnliche Kombination, die aber in Verbindung mit dem KW-Clubsport-Fahrwerk Typ 3 überraschend gut funktionierte. Den Sachsenring umrundete der d 540 Evo in 1:45,66 Minuten. Kein Vergleich zum M235i, doch einem von uns gefahrenen BMW F20 125i brummt er damit zweieinhalb Sekunden auf.

Das Clubsport-Fahrwerk erfordert eine Menge Leidensfähigkeit

BMW Dieselspeed d 540 Evo M 235d
Knüppelhart: Die Abstimmung des Fahrwerks ist eher für die Rennstrecke als für den Alltag ausgelegt.
Bild: Bernd Hanselmann
Auch der Bastuck-Auspuff schafft es nicht, dem Diesel zu attraktiver Klangfülle zu verhelfen. Das unschuldige Weiß des Blechkleids und die dunklen Carbonanbauteile kontrastieren bestens und geben zusammen mit der neuen Schnauze ein stimmiges Gesamtbild ab. Die Carbonapplikationen im Interieur kommen direkt ab Werk. Mit der Rennstreckenabstimmung hubbelt und wippt der 1er derart unharmonisch über Bodenunebenheiten, dass man von Alltagstauglichkeit nicht reden mag. Alles in Allem werden für die Umbaumaßnahmen 16.635 Euro fällig. Allein 4649 Euro verschlingt die Frontkur – kein Muss. Die sich gut in Szene setzende Leistungssteigerung ist dagegen jeden Cent wert.

Fazit

von

AUTO BILD
Die sauber abgestimmte und kraftvolle Leistungssteigerung des d 540 Evo hat uns überzeugt. Auch die Gesichtsoperation und die Anbauteile sitzen punktgenau. Allerdings ist zu diesem Tarif auch schon ein M135i drin. Als für den Alltag untauglich erwies sich dagegen das kompromisslose Rennstrecken-Set-up.