Diskussion um Kfz-Steuer
Nur noch ein Auslaufmodell?

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Politiker von CDU, FDP und SPD wollen die Kfz-Steuer abschaffen – das System sei nicht mehr zeitgemäß. Noch hat die Regierung andere Pläne.
Genau 108 Jahre, nachdem in Hessen-Darmstadt die erste Steuer auf Kraftfahrzeuge erhoben wurde (1899 noch als Luxussteuer), steht die moderne Kfz-Steuer vor dem Aus – wenn es nach einer Vielzahl hochrangiger Politiker von CDU, SPD und FDP geht.
Nach der Debatte um Klimawandel, CO2-Ausstoß und Öko-Autos hat sich rasant eine ganz große Koalition für die Abschaffung der Kraftfahrzeugsteuer gebildet. Ihr Hauptargument: Die Besteuerung nach Motorgröße sei nicht mehr zeitgemäß. Und auch die Aufschlüsselung nach Schadstoffklassen reiche nicht, um dem Verursacherprinzip (wer viel fährt und viel CO2 in die Luft bläst, muss auch mehr zahlen) gerecht zu werden. Deswegen fordern immer mehr Politiker eine Umlegung der Kraftfahrzeugsteuer auf die Mineralölsteuer.
Nach der Debatte um Klimawandel, CO2-Ausstoß und Öko-Autos hat sich rasant eine ganz große Koalition für die Abschaffung der Kraftfahrzeugsteuer gebildet. Ihr Hauptargument: Die Besteuerung nach Motorgröße sei nicht mehr zeitgemäß. Und auch die Aufschlüsselung nach Schadstoffklassen reiche nicht, um dem Verursacherprinzip (wer viel fährt und viel CO2 in die Luft bläst, muss auch mehr zahlen) gerecht zu werden. Deswegen fordern immer mehr Politiker eine Umlegung der Kraftfahrzeugsteuer auf die Mineralölsteuer.
Verbrauch statt Technik besteuern

Kfz-Steuer beschert den Ländern jährlich neun Milliarden Euro


Anreize zum Kauf sparsamer Autos
Noch allerdings hat die Bundesregierung andere Pläne. Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) will die Kfz-Steuer zwar beibehalten, Bemessungsgrundlage soll aber der CO2-Ausstoß des Autos werden. So sieht das auch Bundesumweltminister und Parteigenosse Sigmar Gabriel. Die schadstoffbezogene Kfz-Steuer schaffe Anreize zum Kauf verbrauchsarmer Pkw und trage damit zur Senkung der CO2-Emissionenbei. Finanzminister Peer Steinbrück ist jedoch skeptisch, ob derartige Pläne tatsächlich bald umgesetzt werden können. Vor allem sei nur schwer zu erfassen, wie viel CO2 von Autos ausgestoßen wird, die vor 2005 zugelassen wurden, argumentiert der SPD-Politiker.
Dennoch will auch Grünen-Fraktionschefin Renate Künast, dass "die Kfz-Steuer künftig nach CO2-Ausstoß und Schadstoffklassen gestaffelt wird". Eine Umlegung auf die Mineralölsteuer sei nicht sinnvoll, so Künast. CSU-Generalsekretär Markus Söder plädiert gegenüber AUTO BILD derweil für eine Zwischenlösung: "Fahrzeuge, die weniger als 100 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, sollten komplett von der Kfz-Steuer befreit werden." Das wäre ein Abschied von der Kfz-Steuer auf Raten. Nach 108 Jahren.
Dennoch will auch Grünen-Fraktionschefin Renate Künast, dass "die Kfz-Steuer künftig nach CO2-Ausstoß und Schadstoffklassen gestaffelt wird". Eine Umlegung auf die Mineralölsteuer sei nicht sinnvoll, so Künast. CSU-Generalsekretär Markus Söder plädiert gegenüber AUTO BILD derweil für eine Zwischenlösung: "Fahrzeuge, die weniger als 100 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, sollten komplett von der Kfz-Steuer befreit werden." Das wäre ein Abschied von der Kfz-Steuer auf Raten. Nach 108 Jahren.
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