DLR testet Lenkassistenten
Autonomes Ausweichen

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Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt testet einen Ausweichassitenten. Das System soll Unfälle durch eine automatische, ausweichende Lenkbewegung vermeiden helfen.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat im Rahmen des EU-Projektes interactIVe (Accident avoidance by active intervention for Intelligent Vehicles) einen Lenkassistenten getestet, der hilft, Auffahrunfälle zu vermeiden oder zumindest abzuschwächen. Das Assistenzsystem unterstützt den Fahrer bei drohenden Auffahrunfällen durch eine automatische, ausweichende Lenkbewegung. "Öffnet sich zum Beispiel unvermittelt die Tür eines parkenden Autos oder schert auf der Autobahn plötzlich jemand dicht vor dem eigenen Fahrzeug ein, kann so ein Ausweichassistent helfen, eine Kollision zu vermeiden", erklärt Professor Dr. Karsten Lemmer vom DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik. In drei Simulatorstudien sowie einer Realfahrzeugstudie in einem FAScar genannten Versuchsfahrzeug untersuchten die Verkehrsforscher des DLR, wie die Testfahrer sich im Zusammenspiel mit dem Lenkassistenten verhalten.
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Das Fahrerverhalten für Situationen in höheren Geschwindigkeitsbereichen wurde im dynamischen Fahrsimulator des DLR untersucht.
Bild: Werk
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Die Fahrversuche zeigten, dass das Ausweichassistenzsystem dabei helfen kann, die Zahl der Unfälle mit einem plötzlich auftauchenden Hindernis deutlich zu verringern und die Unfallschwere von nicht zu vermeidenden Kollisionen zu vermindern. Die Unterstützung des Lenkassistenten wurde von den Studienteilnehmern gut angenommen. Viele der Fahrer nahmen den Eingriff des Lenkassistenten nicht einmal bewusst wahr oder dachten, sie selbst hätten mit einer ausweichenden Lenkbewegung auf das Hindernis reagiert. Laut dem DLR arbeiten die Partner aus der Autoindustrie (unter anderem Fiat, Ford, BMW, Volvo und VW) arbeiteten an der technischen Umsetzung eines Ausweichassistenzsystems für den späteren Einsatz in Serienmodellen. Wann es soweit sein könnte, ließ das DLR offen.
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