Dobrindts Verkehrshaushalt 2016
500 Mio. Euro mehr für marode Brücken

–
Deutschlands marode Brücken sollen laut Verkehrsminister Dobrindt 500 Mio. Euro mehr zur Sanierung bekommen. Zu wenig, kritisiert die Opposition im Bundestag.
(dpa) Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt steckt in den kommenden drei Jahren 500 Millionen Euro zusätzlich in die Sanierung maroder Fernstraßenbrücken. Dafür werden die Mittel bis 2018 von bereits angekündigten 1,5 Milliarden auf 2 Milliarden Euro erhöht, wie der CSU-Politiker am Freitag (11. September 2015) bei der ersten Lesung des Verkehrshaushalts für 2016 im Bundestag sagte. Er versprach: "Jede Sanierungsmaßnahme einer Brücke, die Baurecht erhält, wird auch finanziert werden."
Handlungsbedarf bei jeder vierten Brücke
Viele der etwa 39.000 Brücken auf Autobahnen und Bundesstraßen sind älter als 40 Jahre. Vor allem in den alten Bundesländern stammen die meisten großen Talbrücken aus der Zeit zwischen 1965 und 1985. Dem massiv gestiegenen Schwerlastverkehr sind sie kaum noch gewachsen. Das Ministerium geht davon aus, dass bei jeder vierten Brücke Handlungsbedarf besteht. Besonders stark sind Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz betroffen. Aus einer aktuellen Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen geht etwa hervor, dass von den knapp 11.000 bayerischen Brücken 47 in ungenügendem und 491 in nicht ausreichendem Zustand sind. Ungenügend bedeutet, dass dort die Standsicherheit oder Verkehrssicherheit "erheblich beeinträchtigt oder nicht mehr gegeben" ist.
Alles zum Thema Baustellen
Alles zum Thema Verkehr

Die Rader Hochbrücke im Zuge der A7 in Schleswig-Holstein gehört zu den meistbefahrenen Brücken in Deutschland.
Bild: dpa
"Viel Geld, aber dennoch zu wenig"
"Der Erhalt ist weiterhin unterfinanziert", kritisierte der Grünen-Haushaltsexperte Sven-Christian Kindler. Der Linke-Politiker Roland Claus sagte, es gehe um viel Geld. "Gemessen an dem Zustand unserer öffentlichen Infrastruktur ist es aber dennoch zu wenig." Dobrindts Etat für Verkehr und digitale Infrastruktur umfasst für 2016 nach dem Entwurf 24,4 Milliarden Euro. Auf der Einnahmenseite wird mit 4,63 Milliarden Euro gerechnet, 289 Millionen mehr als 2015. Das Geld stammt aus der Ausweitung der Lkw-Maut in diesem Jahr.
Service-Links