Breitensport statt nur Glamour: Der Deutscher Sportfahrer Kreis (DSK) hat sich am 28. Februar zur Mitgliederversammlung am Nürburgring getroffen. Neben Präsidiumswahlen ging es vor allem um die strategische Ausrichtung für die Motorsport-Saison 2026.
Mit rund 13.000 Mitgliedern versteht sich der DSK als Interessenvertretung für Aktive – vom Slalomfahrer bis zum Profi. Präsident Dr. Karl-Friedrich Ziegahn betont: Motorsport müsse bezahlbar und zugänglich bleiben. „Spitzensportler sollten dem Breitensport als Paten dienen und etwas zurückgeben, was sie auf dem Weg nach oben bekommen haben, nämlich Unterstützung in den frühen Karrierephasen“, sagt er.

DSK: Basis statt nur Spitze

Der Verband setzt bewusst auf einfache Reglements, faire Kostenstrukturen und enge Betreuung der Aktiven. Gerade das Ehrenamt spiele eine Schlüsselrolle. „Ehrenamtliche Sportwarte sind so zu behandeln, dass sie gerne im Einsatz sind. Der DSK achtet auf diese und viele weitere Aspekte; auch dadurch, dass er immer ein offenes Ohr für die Aktiven hat", erklärt Ziegahn.
DSKler werden für ihre Erfolge bei der Essen Motor Show 2025 geehrt.
Bild: DSK / Miguel Villa
In der Nachwuchsförderung liegt der Fokus weniger auf großen Förderschecks als auf Mentoring und realistischer Karriereplanung. „Neben Leidenschaft und Hingabe brauchen junge Fahrer Realismus, Planung und kritische Selbsteinschätzung", sagt der DSK-Präsident. Unterstützung gebe es vor allem durch Erfahrung, Netzwerke und Medienpräsenz – punktuell auch finanziell.
Dass die Förderung wirkt, zeigt sich exemplarisch an Namen wie Tim Tramnitz (DTM), Fabio Schwarz (Rallye-WM) oder Matilda Paatz (F1 Academy), die früh vom DSK unterstützt worden.

Motorsport wird digitaler

Neu ist der stärkere Fokus auf digitale Formate. Neben klassischen Trackdays setzt der DSK auf Sim-Racing-Angebote und eine eigene WhatsApp-Community. Ziel: Austausch fördern, Hürden senken, jüngere Zielgruppen erreichen.
„Wir wollen die Freude am Fahren und gleichzeitig die Gemeinschaft und den Austausch unter unseren Mitgliedern fördern und weiterhin ermöglichen", so Ziegahn. Auch Themen wie KI im Motorsport will der Verband aufmerksam begleiten.

Mehr Sichtbarkeit für Frauen

Talkrunde des Women’s Club bei der Essen Motor Show 2025 mit DSK-Präsident Dr. Ziegahn.
Bild: DSK / Miguel Villa

Seit 2019 ist der DSK Women’s Club fester Bestandteil der Organisation. Er richtet sich nicht nur an Fahrerinnen, sondern auch an Ingenieurinnen, Teamchefinnen oder Medienschaffende. Ziegahn: „Der Women's Club ist mir ein persönliches Anliegen. Chancengerechtigkeit gewinnen Frauen im Motorsport vor allem durch gute Vorbilder. Dabei geht es um alle Frauen im und rund um den Motorsport, insbesondere die hinter der Boxenmauer. Die immer wiederkehrende Botschaft der aktiven Frauen an andere Frauen ist simpel, aber klar: ‚Traut Euch‘. Das kann ich nur unterstreichen."
Jetzt geht es direkt in die neue Saison. Der DSK will 2026 sichtbarer, digitaler und näher an der Basis sein. Denn ohne sie gibt es keine Spitze.