Das ist ein wahrer Abt-Coup! Das Team Abt Sportsline holt den dreimaligen Champion René Rast (35) zurück in die DTM. Bereits im Rahmen des Norisring-Finals 2021 hatte ABMS berichtet, dass der deutsche DTM-Star im Audi R8 sein Comeback feiern wird. Nun steht auch fest: Erstmals fährt Rast für die Äbte.
„Wir haben früh begonnen, unsere Fühler in Richtung René auszustrecken“, sagt Teamchef Thomas Biermaier. „Aus der DTM kennen wir seine Stärken als Gegner. In der Formel E haben wir ihn in der vergangenen Saison noch besser kennen und schätzen gelernt. Wir sind seinem Management um Dennis Rostek und Audi Sport extrem dankbar, dass es geklappt hat und wir 2022 mit einem echten Dream-Team in den Titelkampf gehen können.“
Das wird aus Rast und seinem Schützling Kelvin van der Linde (25) bestehen. Der Südafrikaner wird von Rast und seinem Agenturpartner Rostek gemanagt und wurde 2021 Vize-Meister in der DTM. 2020 fuhr Rast noch im Team Rosberg seinen dritten Titel ein. „Wir haben den Fahrertitel in der DTM zuletzt immer wieder ganz knapp verpasst“, räumt Teambesitzer Hans-Jürgen Abt ein. „Mit dieser starken Fahrerpaarung kann es nur ein Ziel geben: den Titel endlich zurück nach Kempten zu holen.“
Mit dem Duo Rast-van der Linde stehen die Chancen jedenfalls gut. Rast und Van der Linde sind DIE Senkrechtstarter der DTM. In seiner ersten vollen DTM-Saison gewann der Deutsche 2017 als Rookie gleich die Meisterschaft. 2018 fehlten nur vier Punkte zur erfolgreichen Titelverteidigung. 2019 und 2020 wurde Rast erneut Champion. Mit seinen drei Meistertiteln, 24 Siegen, 20 Pole-Positions, 14 schnellsten Runden und 1113 Punkten avancierte das Supertalent in nur vier Jahren zum erfolgreichsten Audi-DTM-Fahrer aller Zeiten. In der ewigen Bestenliste der DTM liegt er gleichauf mit Klaus Ludwig. Mehr DTM-Titel hat nur Bernd Schneider.
Van der Linde absolvierte 2021 seine erste Saison in der neuen GT3-DTM und kämpfte prompt um den Meistertitel.
Jetzt steht auch das neue Team von Ex-Champion René Rast in der DTM fest: Es wird Abt-Audi.
„Ich freue mich sehr, nach einem Jahr Pause in die DTM zurückzukehren“, sagt Rast. „Ich hatte nie die Lust an der DTM verloren. Audi wollte, dass ich mich in der vergangenen Saison ganz auf die Formel E konzentriere. Ich war bei einigen DTM-Rennen vor Ort. Das, was ich gesehen habe, hat mir gut gefallen.“
Für den Rekordmann war ABT Sportsline eine logische Wahl: „Ich werde in der DTM bei ABT fast dieselbe Crew haben wie in der Formel E. Mein Ingenieur bleibt derselbe, auch mein Chefmechaniker und einige Mechaniker. Wir sind ein super eingespieltes Team. Es machte einfach Sinn zusammen weiterzumachen.“
Kelvin van der Linde freut sich auf seinen Unterstützer als neuen Gegner. „Als ich das erste Mal davon gehört habe, dass René mein Teamkollege wird, war ich überrascht, aber positiv“, gesteht er. „Ich glaube, da entsteht ein neues Dream-Team. René ist eines meiner großen Vorbilder im Motorsport. Wir werden uns gegenseitig pushen und alles daran setzen, den DTM-Titel für ABT Sportsline zu holen. Ich glaube, das wird richtig cool.“
Rast und van der Linde kennen sich seit vielen Jahren. Sie gewannen 2014 im Team von Christian Abt mit einem Audi R8 LMS zusammen das ADAC GT Masters. Beide haben seit dem Anfang ihrer Karriere den gleichen Manager und arbeiten in dessen Agentur zusammen.
Für Rast wird das DTM-Comeback aber kein Selbstläufer. „Ich bin Realist genug, um zu sagen, dass die DTM sich verändert hat und dass es kein Zuckerschlecken wird. Die DTM ist jetzt mit GT3-Autos unterwegs, auf denen ich zwar Erfahrungen habe, aber im Vergleich sehr wenig zu den Kelvin van der Lindes dieser Welt. Ich brauche wahrscheinlich einige Zeit, um mich wieder daran zu gewöhnen und die kleinen Tricks und Kniffe der Jungs zu lernen, die sieben, acht Jahre auf diesen Autos fahren.“
Optisch dürfte sich der Ex-Champ indes auf Anhieb wohl fühlen bei seinem Comeback. Das rot-weiße Design seines Audi R8 erinnert an seine Meisterautos. Das Auto von Kelvin van der Linde hat dasselbe Grundlayout, allerdings in Schwarz-Weiß. Wer den dritten Abt-Audi pilotiert, steht noch nicht fest. Sophia Flörsch wird es nach Sport1-Informationen nicht sein.

Von

Bianca Garloff