DTM: Grid-Girls 2018

DTM: Audi weiter in der Krise

Audi schreibt Titel jetzt schon ab

Audi fährt in dieser DTM-Saison bislang hoffnungslos hinterher. Von Zugeständnissen will man in Ingolstadt aber noch nichts wissen.
Desaster. Krise. Durststrecke. Es gibt viele Begriffe, die Situation von Audi in der DTM zu umschreiben. Alles davon passt. Bei den Saisonläufen sieben und acht auf dem Norisring fuhr Audi hinterher. Im Samstagsrennen holten die Ingolstädter keinen einzigen Punkt. Auch im Qualifying am Sonntag schaffte es kein Audi in die Top-10. Im Rennen gelang dann zumindest Nico Müller und Robin Frijns auf den Plätzen sieben und acht etwas Schadensbegrenzung.

Audi ist 2018 am hinteren Ende des Feldes zu sehen

Die Situation ist trotzdem bitter für den Hersteller, der 2017 alle drei Titel holte. Weitere Horror-Zahlen: Mike Rockenfeller ist mit 34 Punkten Gesamtzehnter und zugleich bester Audi-Fahrer. Tabellenführer Gary Paffett (Mercedes) hat 99 Zähler. In der Herstellerwertung führt Mercedes (421) deutlich vor BMW (313) und noch deutlicher vor Audi, die erst 122 Zähler gesammelt haben. Auch in der Teamwertung sind die Audi-Mannschaften weit abgeschlagen.
Das Problem: Das Problem der Ingolstädter ist kein temporäres. Oder anders gesagt: Es wird sich in dieser Saison nicht viel daran ändern. Denn Audi hat bis zu einer halben Sekunde Rückstand auf die Konkurrenz von BMW und Mercedes. Und durch das eingefrorene Reglement keine Möglichkeiten, diesen Rückstand aufzuholen. Vor allem die Vereinheitlichung der Aerodynamik hat Audi nicht nur den großen Vorteil genommen, sondern hoffnungslos zurückgeworfen. Inzwischen ist die Motoren-Power immer wichtiger geworden, und da hat Audi deutliche Nachteile, die auf dem Norisring schonungslos offengelegt wurden.
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Audi-Boss Dieter Gass versucht daher gar nicht erst, die Situation schönzureden. Audi schreibt die ganz großen Ziele sogar komplett ab! Und das nach sieben von 20 Rennen. „Titel brauchen wir uns nicht einbilden. Ich wüsste nicht, wie wir das schaffen sollen. Wir werden uns auf Rennen fokussieren und versuchen, das Meiste herauszuholen.“ Gass stellte aber sogar ein gewisses Frustrationsniveau fest.

Audis DTM-Leiter Dieter Gass ist ob der Krise ratlos

Stellt sich nun die Frage: Was kann man jetzt noch machen? Eine Möglichkeit: Man räumt Audi, wie in der Vergangenheit Mercedes oder BMW, Zugeständnisse ein. Was die Entscheidung zur Reduzierung der Aero ad absurdum führen würden. Denn das wurde gemacht, um die ungeliebten Performance-Gewichte loszuwerden. „Aktuell ist das im Reglement nicht vorgesehen, dafür bräuchte es eine Kommissionsentscheidung“, sagte Gass, stellte aber auch klar: „Grundsätzlich ist unsere Philosophie: Wir stehen zum sportlichen Wettkampf. Und wenn man das schnellste Auto hat, soll man gewinnen. Wenn man das nicht hat, gewinnt man halt nicht.“
Eine brisante Frage: Was sagt denn der Audi-Vorstand zum Abschneiden? Immerhin ist Audi ein wichtiger Baustein für DTM-Chef Gerhard Berger, was die Zukunft der Serie betrifft. „Die bekommen das schon mit“, sagt Gass. „Ich kann nicht 100-prozentig sagen, ob das einen Einfluss auf die Zukunft hat. Ich hoffe es nicht. Nächstes Jahr wird der Reset-Knopf gedrückt mit den neuen Autos und wir versuchen das natürlich klar voneinander zu trennen.“

Autor: Andreas Reiners

Fotos: Picture-Alliance

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