AUTO BILD MOTORSPORT durfte Audi bei der Arbeit für die neue DTM-Saison über die Schulter schauen und besuchte auch den Motor-Prüfstand, wo der neue Vierzylinder-Turbomotor auf Herz und Nieren getestet wird. Hier gibt's Antworten auf die wichtigsten Fragen zum neuen Antrieb, den Sie in der Bildergalerie und im Video im Detail erklärt sehen.
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Was kann der neue Turbo? 
Audi gibt die Leistung mit mehr als 610 PS an. Das sind 100 PS mehr im Vergleich zu den V8-Saugmotoren, die es in der DTM seit 2000 gab. Auf bestimmten Strecken könnte in Verbindung mit dem verstellbaren Heckflügel und dem neuen Push-to-Pass-System die 300-km/h-Grenze geknackt werden. Hinzu kommt: Der Vierzylinder-Turbomotor wiegt nur 85 Kilogramm und damit fast halb so viel wie der V8-Sauger. Dadurch sinkt das Leergewicht des Audi RS 5 DTM auf unter 1000 Kilogramm. Das Leistungsgewicht liegt nun bei rund 1,6 kg pro PS.
Was bedeutet Push to Pass?
Damit kann der Fahrer per Knopfdruck kurzfristig rund 30 PS mehr Motorleistung abrufen, zum Beispiel für einen Überholvorgang. Push to Pass kann gleichzeitig mit dem verstellbaren Heckflügel eingesetzt werden.
Wie lange wurde entwickelt? Unter dem Strich sind es bei Audi rund zweieinhalb Jahre Entwicklungszeit und etwa 1000 Stunden auf dem Prüfstand.
Das neue Herz der DTM-Autos
Kunstvoll im Motorraum nach oben ragen die bei Volllast rot glühenden Krümmer des Triebwerks. Die Schaltdrehzahl liegt bei 9.500 Umdrehungen.
Wie viele Motoren stehen zur Verfügung?
Drei Motoren für ein Team beziehungsweise zwei Autos. Ergibt pro Fahrer also 1,5 Motoren. Die Laufleistung pro Aggregat ist auf rund 6000 Kilometer ausgelegt. Heißt: Sie sollen eine Saison lang halten. 
Was sind die Herausforderungen?
Audis Motorguru Ulrich Baretzky betont: "Der Vierzylinder-Motor ist kein einfacher Motor. Er ist vor allem sehr schwingungsintensiv. Man muss Dinge, die bei anderen Motoren jahrzehntelang vom Prinzip her problemlos funktioniert haben, neu denken. Wir haben das mit viel Mühe und Arbeit in den Griff bekommen." Außerdem hat man mehr Stellschrauben wie Ladedruck oder Ladelufttemperatur. "Es ist nicht schwieriger, aber aufwendiger, das Maximum aus dem Motor herauszuholen", so Baretzky. Im Einsatz ist der Turbo weniger tolerant als der Sauger, wesentlich empfindlicher. Baretzky: "Wenn man es überdreht, ist er schnell hin."
Auch für die Fahrer ist der neue Motor eine Herausforderung, sie müssen ihren Fahrstil anpassen. Das Auto verhält sich agiler, der Motor ist sehr spontan und dreht schnell hoch bis 9500 Umdrehungen. 
Wie ist der Sound?
Anders. Aggressiver. Baretzky verspricht: "Die Fans werden sich darüber freuen, wie ein Vierzylinder klingen kann, und die Achtzylindermotoren nicht vermissen. Das wird ein absolutes Spektakel." War der alte V8-Sauger zwar laut, aber auch monoton, soll man inzwischen auch Unterschiede zwischen den Herstellern heraushören können.
Spielt auch der Kraftstoffverbrauch eine Rolle?
Ja, eine sehr große sogar. Das hocheffiziente Brennverfahren und niedriger Kraftstoffverbrauch sind erfolgsentscheidende Faktoren. Wer mit weniger Kraftstoff im Tank und damit weniger Gewicht an den Start gehen kann als seine Gegner, hat automatisch einen Vorteil.
Wie liefen die Testfahrten?
Aston Martin stieg nach einer Rekord-Bauzeit von nur 90 Tagen in die Testarbeit ein. Wie ABMS erfuhr, klafft zwischen Audi und BMW vor der Generalprobe im April am Lausitzring bereits eine Lücke. Audi kam bei den drei Tests in Estoril und Jerez an neun Tagen auf 4577 Kilometer, BMW auf 3733. Ein Unterschied von immerhin 844 Kilometern. Baretzky sagt generell: "Je mehr Kilometer, desto besser."