DTM-Boss adelt Verstappen
Darum hilft Verstappen-Hype auch der DTM

Max Verstappen sorgt mit seinem Nordschleifen-Ausflug für einen Boom im GT-Sport. Davon profitiert auch die DTM.
Bild: ADAC
Der deutsche Motorsport steht besser da, als viele denken. Die Vorverkaufszahlen zu den 24h am Nürburgring explodieren. Steigende Zuschauerzahlen hat auch die DTM zu verzeichnen, beispielsweise an diesem Wochenende beim Saisonauftakt in Spielberg, wo rund 50.000 Fans erwartet werden.
DTM-Boss Thomas Voss betont im Gespräch mit AUTO BILD: „Die größten deutschen Sportevents sind Rennveranstaltungen.“
Und trotzdem gibt es ein Problem: Der Einstieg ist teuer. Genau das bremst den Nachwuchs und damit die gesamtgesellschaftliche Relevanz. „Motorsport ist nicht ganz günstig, eine Badehose oder ein paar Fußballschuhe reichen nun mal nicht“, räumt Voss ein.
Verstappen löst Boom aus
Gleichzeitig zeigt der Blick zurück, wie stark einzelne Stars den Sport pushen können: „Zu Zeiten eines Michael Schumacher konnte sich der Motorsport vor jungen Leuten und Einsteigern kaum retten“, rekapituliert der ADAC-Sportchef.
Genau an diesen Effekt erinnert auch aktuell einiges – ausgelöst durch Max Verstappen.

Verstappen sorgt für seinen Starts auf der Nordschleife für einen Boom.
Bild: Gruppe C Photography
Der Auftritt des viermaligen Formel-1-Weltmeisters auf der Nordschleife hinterlässt weiter seine positiven Spuren. Der GT-Sport rückt verstärkt ins Blickfeld der Öffentlichkeit und mit ihm auch die DTM.
Voss betont: „Insgesamt hat Verstappen vielen Leuten die Augen für den ganzen GT-Sport und damit auch für die DTM geöffnet.“ Es gehe darum, „dass es neben der Formel 1 auch noch etwas anderes gibt, womit man interessante Rennen fahren kann – tolle Autos nämlich, die dem Straßenauto auch noch ähnlich sehen.“
Der DTM-Boss sieht darin einen Impuls für den deutschen Motorsport, der über ein einzelnes Event hinausgeht. „Deswegen war es extrem wichtig, dass so ein Fahrer mal so einen Schritt gemacht hat, auch für die DTM. Für den ganzen GT-Sport ist es gut, dass die Leute mal aufgewacht sind und erkennen: Da gibt es auch noch was anderes außerhalb der Formel 1.“
Positiv ist für ihn auch, wie Verstappen abseits der Königsklasse wahrgenommen wird und sich selbst gibt: „Verstappen geht im GT3-Sport locker und offen mit allen Menschen um und wird nicht so abgeschirmt, wie in der Formel 1“, beobachtet der ADAC-Mann.
„Riesenschritt für gesamten Motorsport"
Die Gesamtwirkung bewertet Voss entsprechend hoch. „Das ist ein Riesenschritt für den gesamten Motorsport. So eine öffentliche Aufmerksamkeit, die du dann durch so einen Megastar bekommst, tut dem gesamten Sport gut.“

Lucas Auer wurde am Samstag beim DTM-Auftakt in Spielberg Zweiter.
Bild: Gruppe C Photography
Neben der Aufmerksamkeit sieht der ADAC-Mann auch sportlich einen Effekt für die beteiligten Piloten wie Verstappens Teamkollege Lucas Auer, der am Samstag beim DTM-Auftakt in Spielberg Zweiter wurde.
Voss: „Lucas kann Max viel übers GT-Fahren beibringen. Er fährt in diesem Auto schon ewig und ist fast jedes Wochenende im Cockpit. Parallel bringt Verstappen gewisse Tricks und Kniffe aus der Formel 1 mit, besonders bezüglich Aerodynamik. Da können beide Seiten profitieren.“
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