Die DTM ist gerettet, der erste Meister der neuen Ära mit GT3-Autos gekrönt – jetzt schraubt die Serie an ihrer Zukunft! Das Zauberwort lautet auch im Rennsport: Nachhaltigkeit. Deshalb will Deutschlands beliebteste Rennserie mit Dach nun auch die Formel E attackieren.
Die Elektroformel stromert seit 2014 durch die Metropolen der Welt, ist seit diesem Jahr offiziell eine Weltmeisterschaft. Und trotzdem elektrisiert sie nicht. Audi und BMW sind Ende dieser Saison ausgestiegen, Mercedes folgt Ende 2022.
DIE Chance für DTM-Boss Gerhard Berger (62)! Im Rahmen des DTM-Finales am Norisring präsentierte er eine Designstudie der neuen DTM Electric, die ab künftig (ab 2023/24) neben der klassischen DTM an den Start gehen soll. Berger zu ABMS: „Wenn wir den Motorsport in die Zukunft führen wollen, müssen wir uns dem Thema Elektro öffnen. Die Optik des Autos bringt zum Ausdruck, wie wir uns eine vollelektrifizierte High-Performance-Rennsportserie vorstellen: futuristisch, innovativ und durch und durch sportlich. Mit Leistungswerten, die an die Formel 1 herankommen.“
Am Norisring hat die DTM das Design-Modell der DTM Electric gezeigt.
Konkret heißt das: Der Prototyp, den die DTM derzeit mit Unterstützung der Autozulieferer Schaeffler und Mahle entwickelt, soll rund 1000 PS stark und mindestens 300 km/h schnell sein. Zum Vergleich: Die Formel E leistet derzeit 340 PS und bringt es auf den engen Stadtkursen auf rund 230 km/h Topspeed.
Berger will so nicht nur die Fans, sondern auch die Fahrer abholen. Ex-Formel-1-Pilot Timo Glock zu ABMS: „Ich muss gestehen: Ich tue mich schwer bei Rennen ohne Sound. Wenn der fehlt, müssen die Autos zumindest richtig schnell sein.“ Allein: In der Formel E sind sie das nicht.
Auch Red Bull, 2020 mit zwei Autos in der DTM dabei, würde einen Elektro-Ableger begrüßen. „Wir haben uns nie ernsthaft mit der Formel E beschäftigt, weil sie keinen Motorsport in unserem Sinne bietet“, sagt Motorsportchef Helmut Marko zu ABMS. „Wir scheinen diese Meinung nicht exklusiv zu haben, wenn man sieht, welche Probleme die Serie jetzt gerade hat." 
Doch nicht nur für Marken wie Red Bull ist wird die DTM-Plattform zunehmend spannend. Auch Automobilhersteller lockt Berger mit der Elektrik-Sparte zurück in die Serie. Berger erklärt: „Es ist nicht nur ein schnelles Rennauto, man kann auch die Silhouette eines Serienpendants nutzen.“
Damit benennt der Österreicher einen der großen Nachteile der Formel E: Die Formel-Rennwagen haben nichts mit den Serienautos gemein. Ein echter Trumpf der DTM Electric im Kampf gegen die Formel E.