18 Fahrer sind beim ersten DTM-Test in Hockenheim. DTM-Boss Gerhard Berger zeigt sich entsprechend zufrieden: „Die Pflicht haben wir auf jeden Fall erledigt. Jetzt kommt noch die Kür. Mal schauen, was sich in den nächsten zehn Wochen bis zum Saisonstart noch ergibt.“
Versprechen will der ehemalige Formel-1-Rennsieger nichts. Schon jetzt ist er mit der Startaufstellung äußerst zufrieden: „Es ist die stärkste Fahrerbsetzung, die eine GT-Meisterschaft zu bieten hat. Wir haben mit Sophia Flörsch eine schnelle Frau, die es mit den Männern aufnehmen will. Dann mit Glock, Albon und auch Klien, der einige Gaststarts fahren wird, drei ehemalige Formel-1-Fahrer. Mit Paffett, Wittmann und Rockenfeller ehemalige Meister, mit Nico Müller den aktuellen Vizemeister. Ich freue mich auch auf die Brüder Van der Linde und auf Liam Lawson.“

Berger lobt Fahrerfeld und BoP

Wichtig auch: Durch die eigene Leistungsangleichung BoP (Balance of Performance) scheinen alle Autos konkurrenzfähig zu sein. „Ich ziehe bei Tests ungern Rückschlüsse auf die Performance“, erklärt Berger. „Aber was man sehen kann: Dass die Autos gemischt und die Zeitabstände gering sind. Das wundert mich auch nicht, weil hier die besten GT-Teams dabei sind. Aber das zeigt auch, dass der erste Aufschlag der BoP funktioniert hat. Sicher muss man hier und da nachjustieren, aber grundsätzlich funktioniert die BoP.“
Berger lobt "stärkstes Fahrerfeld im GT-Sport"
Berger geht zuversichtlich in die neue Saison.
Berger geht also zuversichtlich in die neue Saison. Wenngleich er keinen Hehl daraus macht, dass die DTM unter der Pandemie leidet. So erklärt der 61-Jährige: „Wir wollten den späten Start in die neue Saison, weil wir Zuschauer an die Strecke wollten, aber das wird wohl zumindest für Monza noch sehr schwer. Wir sind noch immer in der Pandemie mit all den Schwierigkeiten.“
Berger sagt auch: „Die Pandemie macht es uns allen schwer im Motorsport. Ein wichtiger Einnahmefaktor für uns sind die Zuschauer-Eintrittskarten. Die fallen jetzt weg und das ist schwierig zu kompensieren.“

DTM leidet unter Pandemie und Unsicherheiten der Autobranche

Der Österreicher rechnet mit zwei weiteren harten Jahren für die DTM und den Rennsport. Nicht nur wegen der Corona-Pandemie. „Abgesehen von der Pandemie ist es auch von der Automobilindustrie her schwierig. Alle versuchen sich zu elektrifizieren. Momentan ist daher eine Unsicherheit da“, erklärt Berger. „Wir sind sicher, dass Deutschland als Autonation weiterhin Motorsport braucht, aber wir müssen uns an diese neuen Techniken anpassen. Ich gehe davon aus, dass wir noch zwei schwierige Jahre haben mit der Mischung aus Pandemie und Unsicherheiten in der Automobilbranche. Dann wird sich alles etwas einpendeln, aber bis dahin werden es zwei schwierige Jahre.“
Der Österreicher bleibt optimistisch: „Es gab einige, die nicht mehr an die Zukunft der DTM geglaubt haben. Mich motiviert sowas, das kenne ich aus meinem Sportlerleben. Die DTM ist eine starke Serie, über Europa hinaus. 50 Länder übertragen die DTM live. Wir haben ein gutes Paket und ich glaube, dass wir hohe Einschaltquoten kriegen werden und hoffentlich bald auch wieder viele Fans an der Strecke, wenn das wieder erlaubt ist.“