DTM - Gewichts-Posse: Rolle rückwärts
Stuck fordert Abschaffung der Gewichte

Das Brimborium um die Performance-Gewichte ist endgültig zur Posse verkommen. Nach einem Krach hinter den Kulissen machte der DMSB einen Rückzieher.
Bild: Picture-Alliance
Die Posse um die Performance-Gewichte hat am Samstagabend ihren vorläufigen Tiefpunkt erreicht. Stundenlang war nach dem neunten Saisonrennen der DTM in Moskau diskutiert worden, die Drähte zwischen den Verantwortlichen in Moskau und in Deutschland glühten. Auch DTM-Chef Gerhard Berger schaltete sich in die Posse ein. Denn klar ist: Das unrühmliche Hin und Her sorgt seit Wochen für Diskussionen und stellt den Sport in den Hintergrund.
Um 23.00 Uhr Ortszeit war dann eine Entscheidung gefallen: Der DMSB, der zuvor eine neue Berechnung der umstrittenen Gewichte per Zufallsgenerator gegen den Willen der Hersteller durchgesetzt hatte, machte schließlich am späten Abend eine komplette Rolle rückwärts. Vorausgegangen war ein Krach zwischen den drei Herstellern Audi, BMW und Mercedes sowie dem DMSB. Ein Machtkampf, der mit dem Rückzieher des DMSB zumindest ein vorläufiges Ende findet.

DMSB-Präsident Stuck lenkt in der Gewichts-Posse ein
Zur Erinnerung: Vor dem dritten Rennwochenende in Budapest war die Berechnung der Gewichte vom Qualifying auf die Rennen verlegt worden, dabei wurde der Mittelwert der 28 schnellsten Rennrunden eines jeden Herstellers herangezogen. Nachdem die Hersteller mit einem Zielzeitfahren die Regelung ad absurdum geführt hatten, wurde vor dem vierten Event am Norisring in einem ersten Schritt die Kommunikation über die Boxentafeln weiter eingeschränkt. Vor Moskau folgte schließlich der Alleingang des DMSB inklusive eines Losverfahrens.

Die Gewichte sorgten für viel Verwirrung in der DTM
Die ersten Reaktionen auf Stucks Ansage fielen positiv aus. "Wir freuen uns, dass sich DMSB-Präsident Hans-Joachim Stuck mit einer klaren Aussage in die laufende Diskussion eingeschaltet hat", sagte Audis DTM-Leiter Dieter Gass. "Seinen Ansatz, die Performance-Gewichte abzuschaffen, unterstützen wir voll und ganz. Denn das ist der Wunsch der Fans, der Fahrer, von DTM-Chef Gerhard Berger und auch von Audi - und das nicht erst seit gestern." Dennoch konnten sich die Hersteller bislang nicht auf eine gemeinsame Linie, sprich eine Abschaffung, einigen.
Bis zu einer neuen Lösung bleibt das Reglement unverändert. Was bedeutet: Die Gewichte für das zehnte Saisonrennen wurden nach dem vorherigen System berechnet. Für den Lauf ergeben sich dadurch keine Änderungen: Audi ist mit 1117,5 Kilogramm das leichteste Auto, die BMW wiegen 1122,5 Kilogramm und die Mercedes 1127,5 Kilogramm.
Service-Links
