Die Statistik kann sich sehen lassen: sieben verschiedene Marken, sechs Sieger, 19 permanente Starter, drei ehemalige Formel-1-Stars und zwei Ladys am Steuer. Die DTM ist mit Vollgas in die neue Ära ­gestartet. „Nach dem Stress und den Bemühungen der vergan­genen Monate ist es immer noch anstrengend“, gibt DTM-Boss Gerhard Berger bei Auto Bild zwar zu. „Das Erfreuliche ist aber, dass das Produkt funktioniert.“
Zum „Produkt“ gehören seit 2021 Kunden- statt Werksteams, GT3-Renner statt Prototypen. Mit dabei: Supersportwagen von ­Audi, BMW, Mercedes, Ferrari, Lamborghini und McLaren. Zuletzt fuhr erstmals in der Geschichte sogar ein Porsche 911 GT3 einen Gaststart in der DTM. Es seien „viele skeptisch“ gewesen, so Berger, „aber inzwischen ist klar, dass die DTM die härteste Serie ist, bei der man sich die richtige Motorsport-­Visitenkarte abholen kann. Auch international wird immer deutlicher, dass die DTM in ihrem Segment die beste Serie ist.“
Zum „Produkt“ gehören seit 2021 Kunden- statt Werksteams, GT3-Renner statt Prototypen.
Die Story stimmt: Der Thailänder Alex Albon (25/ein Sieg/Alpha Tauri-Ferrari) kämpft um sein Formel-1-Comeback, der jüngste DTM-Sieger Liam Lawson (19/Neuseeland/Red Bull-Ferrari) um den F1-Aufstieg. In der Meisterschaft führt Abt-Audi-Pilot Kelvin van der Linde (25/drei Siege), der im südafrikanischen Familienduell gegen seinen Bruder Sheldon (22/Rowe-BMW) rast und mit Max Götz auf Tabellenplatz zwei (35/HRT-Mercedes) einen neuen Erzrivalen hat. Mit Hubert Haupt (52/HRT-Mercedes-AMG) feierte ein DTM-Recke aus den 90er-­Jahren sein Comeback als Gaststarter. Und im Damen-Duell hat Lambo-Lady Esmee Hawkey (23/T3) bislang (noch) die Nase vor Deutschlands Rennfahrerin Sophia Flörsch (20/Abt-Audi).
Allein: In den TV-Quoten ist das alles noch nicht abzulesen. Nach acht Rennen ist der Schnitt im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Drittel gesunken. Kritik gab’s auch von Gaststarter SSR-Porsche. Teambesitzer Stefan Schlund war sauer, dass sein Fahrer Michael Ammermüller auf dem Nür­burgring in Autoscooter-Manier mehrfach abgeräumt wurde: „Die Verantwortlichen sollten schnell handeln, um den Ruf der Serie nicht kaputtzumachen.
Kelvin van der Linde führt die DTM zur Halbzeit an.
Berger dagegen gefällt der Lackaustausch: „Die Fans sagen: Endlich sieht man wieder, dass mit der Brechstange überholt werden muss“, räumt er ein. „Grundsätzlich schauen wir, dass Team- und Fahrerqualität passen.“ Weiter geht’s am Wochenende in Spielberg/Österreich.

Von

Bianca Garloff
Andreas Reiners