Der Titelkampf wird heißer! Vier Rennen vor Schluss können vor dem Lauf am Hockenheimring (Samstag und Sonntag live ab 13.00 Uhr in Sat.1) noch vier Piloten erster DTM-Champion der GT3-Ära werden.
Die vier Musketiere der DTM-Saison 2021: Liam Lawson (AF Corse-Ferrari), Marco Wittmann (Walkenhorst-BMW), Kelvin van der Linde (Abt-Audi) und Maximilian Götz (HRT-Mercedes).
Der jüngste DTM-Pilot, der erst 19-jährige Liam Lawson, hat in Assen die Führung von Kelvin van der Linde übernommen (175 Punkte). Der Neuseeländer könnte der jüngste Champion der DTM-Geschichte werden, die immerhin schon 1984 begann.
„Ob man der Jäger oder der Gejagte ist, ändert nichts für mich“, gibt sich Red Bull-Junior Lawson cool. Mit seinem Ferrari 488 GT3 kann er auf ein solides GT3-Auto bauen, mit vielen Stärken und wenigen Schwächen das perfekte Gefährt für den Double-Header am Hockenheimring und am nächsten Wochenende in Nürnberg.
Zehn Zähler zurück: DTM-Doppelchampion Marco Wittmann (165 Punkte). Der BMW-Pilot aus dem Team von Walkenhorst Motorsport glänzt durch Konstanz, punktete als einziger Fahrer in allen zwölf bisherigen Rennen. Zwei Siege fuhr Wittmann in Zolder und in Assen ein, Lawson und van der Linde haben bisher jeweils drei Erfolge auf dem Konto.
Die vier Musketiere der DTM-Saison 2021.
Allerdings: Wittmann steuert mit dem BMW M6 GT3 ein Auto, dass in Fahrerkreisen auch als „Badewanne“ bezeichnet wird. Grund: Der M6 ist schwer und behäbig.
„Unsere Schwachpunkte werden deshalb die Haarnadel-Kurven sein – sowohl in Hockenheim als auch am Norisring“, weiß der Franke. „Enge Kurven und Bremsphasen sind nicht gerade unsere Stärken. Für mich hat Ferrari das beste Paket, aber auch Audi und Mercedes sind sehr stark. Wir haben mit dem M6 und als neues DTM-Team schon mehr erreicht, als wir erwartet haben.“ Walkenhorst fuhr bis 2021 ausschließlich Langstreckenrennen. Und: Wittmann ist Einzelkämpfer, hat keinen Teamkollegen.
Anders als die Nummer drei im Titelkampf: Kelvin van der Linde. Der Abt-Audi-Pilot hat aktuell 160 Punkte auf dem Konto und bei den letzten beiden Läufen mit Sophia Flörsch, Mike Rockenfeller und Gaststarter Lucas di Grassi gleich drei Teamkollegen. Er dominierte die DTM bis zum Rennen in Spielberg, ist jetzt in der Jägerrolle.
Der Südafrikaner: „Das zeigt, wie schnell sich die Dinge ändern können.“ Vor allem in Hockenheim erwartet er einen „engen Kampf“. Van der Linde: „Hockenheim liegt allen Autos, die langen Geraden sollten für Überholaction sorgen. Der Norisring dürfte ein verrücktes Rennen werden. Ich hoffe ohne Regen – sonst gibt es Chaos.“
Sein Mittelmotor-Audi R8 LMS sollte besonders beim Stadtrennen in Nürnberg Vorteile haben. „Das Auto ist gut in den Bremszonen und hat eine starke Traktion aus den Kurven heraus“, räumt der Abt-Fahrer ein.
Doch auch Maximilian Götz gibt sich mit 155 Punkten nicht geschlagen. „Ich war zuletzt 2014 Meister – es wird wieder Zeit!“, gibt er die Losung aus. Seinen HRT-Mercedes-AMG-GT3 bezeichnet der Uffenheimer als „konstanten Rennwagen – nie perfekt, aber auch nie schlecht.“
Fest steht: Derzeit trennen die fantastischen Vier nur 20 Zähler. Noch vier Rennen – dann steht der Champion fest.

Von

Bianca Garloff