Timo Glock hat seinem Seuchenjahr eine weitere kuriose Episode hinzugefügt. Der BMW-Star fuhr beim 17. Saisonrennen in Hockenheim rund acht Runden lang mit einer offenen Tür durch die Gegend. Ein Zwischenfall mit Seltenheitswert. Vor allem einer, der ihn ordentlich einbremste.
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In der zweiten Runde hat es einen Knall gegeben und dann war die Tür lose. Am Anfang war es nur ein Spalt, aber dann hat der Wind sie immer weiter aufgedrückt. Am Ende war sie sogar ganz aus dem Schloss herausgesprungen", erzählt Glock auf Nachfrage von AUTO BILD MOTORSPORT.
 
Er hatte zuvor einen guten Start erwischt, lag auf Platz vier. Doch die offene Tür änderte vieles. "Die Balance in allen Rechtskurven war weg und beim Topspeed fehlten gefühlt 50 km/h. Deswegen habe ich so viel DRS nutzen müssen, um das auszugleichen und am Anfang im Zug mitfahren zu können."
Timo Glocks nächstes kurioses Kapitel
Timo Glock.
Gute acht Runden versuchte er, das Problem zu lösen. Gar nicht so einfach bei 250 m/h. "In jeder Runde habe ich etwas versucht. Ich konnte sie nicht zumachen, weil man sie oben einhaken muss. Einmal habe ich es auch in der Sachs-Kurve probiert, weil dir die Tür da entgegen fliegt. Aber keine Chance", so Glock.
Anstatt wie geplant in Runde 17 kam er bereits in der zehnten Runde in die Box. Der Stopp dauerte insgesamt rund 13 Sekunden. Glock: "Das lief etwas unkoordiniert. Aber da kann man den Mechanikern auch keinen Vorwurf machen."
Er wusste, dass er durch den früheren Stopp am Ende Probleme mit den Reifen bekommen würde gegen die anderen Fahrer, die frischere Reifen hatten. "Ich habe nur noch versucht, zu überleben und noch ein paar Punkte zu holen. Ich habe mich gewehrt, am Ende muss man aber zufrieden sein." Es sprang immerhin noch ein sechster Platz heraus. Auch wenn es auf seiner Paradestrecke wesentlich mehr hätte sein können.
Denn Pech hatte er bereits im Qualifying. Da war er auf seiner perfekt getimten schnellen Runde auf abtrocknender Strecke unterwegs, als Loic Duval im Kiesbett landete. Die potenzielle Pole? War weg.
Aber nach einem Horrorjahr wie 2019 mit Pleiten, Pech und Pannen am laufenden Band bringt einen erfahrenen Fahrer nichts mehr aus der Ruhe. "Ich höre auf, mich zu ärgern, das bringt sowieso nichts. Ich denke nicht mehr darüber nach." Sein Wunsch für das letzte Saisonrennen am Sonntag: "Glück. Alles andere ist mir egal."

Von

Andreas Reiners