Eng, enger, DTM! Der Titelkampf in der Traditions-Rennserie wird immer heißer: Sechs Fahrer sind nach neun von 16 Rennen weiterhin mittendrin. Dabei hat sich Liam Lawson eindrucksvoll zurückgemeldet: Der Rookie feierte am Samstag auf dem Red Bull Ring in Spielberg in souveräner Manier seinen zweiten Saisonsieg.
Der 19 Jahre alte Hitzkopf bewies dabei einen kühlen Kopf: Nach jeder Menge Kritik an seinem Fahrstil bei seinem Nuller auf dem Nürburgring gab es vor dem fünften Rennwochenende seine klare Ansage: „Meinen Fahrstil werde ich nicht ändern.“ Gesagt, getan: Er ließ Pole Position, Rennsieg und die Maximalausbeute von 28 Punkten folgen. Bedeutet: Der Neuseeländer ist als Gesamtdritter mit 108 Zählern zurück im Titelrennen.

Lawson: "Müssen weiter aufholen"

"Das ist eine schöne Art, das Momentum wieder umzudrehen. Es war wichtig und gut zu wissen nach dem Nürburgring-Desaster, dass es noch geht", so Lawson, für den der Titel "das Ziel" bleibt: "Wir hatten ein paar harte Runden und sind etwas zurückgefallen. Wir müssen weiter aufholen." Deshalb wird mit seinem AF-Corse-Team auch nicht groß gefeiert. "Ich werde mich auf morgen vorbereiten", so Lawson. Er stellt klar: "Wir haben da noch einen Job zu erledigen. Wir wollen noch mehr Punkte."
Ebenfalls weiter dabei ist Maximilian Götz. Der HRT-Fahrer wurde in Spielberg im Mercedes Zweiter und steht bei 116 Punkten. "Die Pace war gut. Ferrari war nicht zu schlagen heute. Es wird jetzt sehr spannend im Titelkampf. Wir hatten ein top Auto, das können wir hier und da noch verbessern", so Götz: "Ich will am Sonntag wieder auf dem Podium stehen."
Liam Lawson.
Dass die DTM auch mit einem GT3-Reglement weiterhin eine Relevanz besitzt, beweist die Tatsache, dass Formel-1-Ersatzfahrer Alex Albon auf seine Aufgabe bei Red Bull Racing in Zandvoort verzichtet hat, um stattdessen in Spielberg im Titelkampf punkten zu können.

Albon schielt auf Titel - und die Formel 1

Mit Erfolg: Der Brite wurde im Ferrari Vierter, womit er weiterhin auf den Titel schielt. Und dank der guten Ergebnisse auch wieder auf die Formel 1. Williams und Alfa Romeo sollen Optionen sein. "Das Ziel ist die Formel 1, und es gibt ein paar Möglichkeiten“, bestätigte Albon in Sat.1: "Ich hoffe, das geht sich aus. Im Moment sieht es positiv aus." Albon liegt mit 94 Punkten auf Gesamtplatz fünf, hinter Marco Wittmann (Walkenhorst/100) und vor Philip Ellis (Winward/87).
Und was macht der Tabellenführer? Der ist in Österreich um Schadensbegrenzung bemüht, denn Spielberg liegt dem Abt-Audi von Kelvin van der Linde gar nicht. Der Südafrikaner wurde Fünfter – "das war das Maximum heute", sagt er.
Er hat mit 139 Punkten noch 23 Zähler Vorsprung auf seinen ersten Verfolger. "Für Kelvin ist der fünfte Platz wie ein Sieg", weiß Sat.1-Experte Rene Rast. Die Konkurrenz hingegen weiß, dass die Gelegenheit günstig ist, um den Rückstand weiter zu verkürzen. "Sonntag wird noch einmal wichtig, die anderen sind extrem stark. Wir müssen angreifen", so van der Linde. Denn der Titelkampf wird immer heißer.

DTM: Ergebnis Rennen 1 auf dem Red Bull-Ring in Spielberg

1. Liam Lawson (Neuseeland) – Ferrari 488 GT3 57:48,232 Min.
2. Maximilian Götz (Uffenheim) – Mercedes-AMG GT3 +1,007 Sek.
3. Philip Ellis (Großbritannien) – Mercedes-AMG GT3 +12,939
4. Alexander Albon (Thailand) – Ferrari 488 GT3 +14,282
5. Kelvin van der Linde (Südafrika) – Audi R8 LMS GT3 +14,829
6. Arjun Maini (Indien) – Mercedes-AMG GT3 +15,196
7. Marco Wittmann (Fürth) – BMW M6 GT3 +15,543
8. Lucas Auer (Österreich) – Mercedes-AMG GT3 +17,007
9. Vincent Abril (Frankreich) – Mercedes-AMG GT3 +19,744
10. Timo Glock (Thurgau/Schweiz) – BMW M6 GT3 +22,160

Fahrer-Wertung, Stand nach 9 von 16 Rennen:

1. Kelvin van der Linde (Südafrika) – Audi 139 Pkt.
2. Maximilian Götz (Uffenheim) – Mercedes 116
3. Liam Lawson (Neuseeland) – Ferrari 108
4. Marco Wittmann (Fürth) – BMW 100
5. Alexander Albon (Thailand) – Ferrari 94
6. Philip Ellis (Großbritannien) – Mercedes 87
7. Mike Rockenfeller (Landschlacht/Schweiz) – Audi 61
8. Lucas Auer (Österreich) – Mercedes 54
9. Nico Müller (Schweiz) – Audi 46
10. Daniel Juncadella (Spanien) – Mercedes 43

Hersteller-Wertung, Stand nach 9 von 16 Rennen:

1. Mercedes 321 Pkt.
2. Audi 247
3. Ferrari 202
4. BMW 149
5. Lamborghini 27

Von

Andreas Reiners