Mercedes gibt nach den ersten beiden Testtagen in Hockenheim den Ton an in der DTM. Lucas Auer brannte im Mercedes-AMG GT3 von Neueinsteiger Winward die Bestzeit in den Asphalt. Stark: Seine  1:36,153 Minuten waren zwei Sekunden schneller als die Qualifying-Bestzeit im ADAC GT Masters 2020. Damit ist die DTM auf dem besten Weg, die schnellste GT3-Serie Europas zu werden. Etwa 40 PS mehr als im ADAC GT Masters und schnellere Michelin-Reifen (statt Pirelli) machen’s möglich – selbst bei kühlen Temperaturen.
Mercedes-AMG dominierte dabei die beiden ersten Testtage der neuen GT3-DTM: Auer verwies seinen monegassischen Markenkollegen Vincent Abril (Mercedes-AMG Team HRT) auf Rang zwei. Dicht dahinter: der spanische DTM-Rückkehrer Daniel Juncadella (Mercedes-AMG GT3, Team GruppeM).
Als bester Audi kam Mike Rockenfeller (ABT Sportsline) auf Rang sieben. Als Neunter betrug der Rückstand von Alex Albon (AF Corse) im Alpha Tauri-Ferrari etwas weniger als eine Sekunde. Der zweimalige Champion Marco Wittmann (Walkenhorst) markierte die beste BMW-Zeit. Insgesamt gingen 18 Fahrer von zehn Teams an beiden Testtagen auf die Strecke.
„Eigentlich nehme ich ja Druck von ihm, doch ich denke, in dieser Saison gehört Lucas zum Kreis der Meisterschaftsfavoriten“, hatte Auers Onkel und DTM-Boss Gerhard Berger zuvor bereits betont. „Ich denke, gerade der heutige Nachmittag gibt schon ein recht repräsentatives Bild ab“, bewertet der junge Österreicher seine Tagesbestzeit. „Ich habe viel gelernt über den Mercedes-AMG GT3, der für mich in vielen Bereichen noch neu ist.“

Hubert Haupt schreibt DTM-Geschichte

Seine ersten DTM-Meter absolvierte Ex-Red Bull-Pilot Alex Albon im Alpha Tauri-Ferrari (AF Corse). „Nach der Formel 1 zählt die DTM zu den Top-Serien, das Level der Fahrer ist extrem hoch“, versucht der ehemalige F1-Fahrer seine Degradierung sportlich zu sehen.
Mercedes-Teamchef fordert mehr Vollgas
Mercedes gibt nach den ersten beiden Testtagen in Hockenheim den Ton an in der DTM.
DTM-Geschichte schrieb indes Hubert Haupt: Vor 30 Jahren war er als junger Audi-Pilot in der DTM am Start, vor 20 Jahren mit Opel, und nun ist er als Teambesitzer zurückgekehrt. „Die DTM ist sehr lebendig. Das macht mich happy. Mit dem Einstieg meines Teams geht für mich ein Traum in Erfüllung“, so Haupt, der mit einem Mercedes-AMG GT3 seines HRT-Teams bei mindestens einem DTM-Rennen auch selbst wieder ins Lenkrad greifen will.
Gleichzeitig warnt er schon jetzt vor zu viel Gezerre um die leistungsangleichende BoP, die von den österreichischen Antriebs-Experten von AVL aufgesetzt wird. Haupt ordnet die Mercedes-Dominanz in Hockenheim entsprechend ein: „Ich vermute, dass einige Hersteller noch nicht alles gezeigt haben. Es sieht so aus, als ob die anderen Autos ziemlich langsam sind – verglichen mit anderen Serien. Ich denke, es wäre besser, das Gaspedal voll durchzutreten und zu zeigen, was du kannst.“
Der Münchner Unternehmer hält nichts von Schattenboxen. Das schadet am Ende nur der DTM. Haupt betont deshalb: „Für HRT kann ich sagen, dass wir – genau wie die anderen Mercedes-AMG Teams – voll attackiert haben. Wir haben uns nicht versteckt und werden weiter mit offenen Karten für eine faire BoP und damit für unseren Erfolg arbeiten.“
Zur weiteren Saisonvorbereitung treffen die Teams vom 04. bis 06. Mai beim zweiten offiziellen DTM-Test auf dem Lausitzring erneut aufeinander. Die 35. Saison der DTM beginnt vom 18. bis 20. Juni im Königlichen Park von Monza in Italien.

DTM Test in Hockenheim, Tag 2: Ergebniss

1. Lucas Auer (AUT) Mercedes-AMG GT3, Team Winward, 1:36.153
2. Vincent Abril (FRA) Mercedes-AMG GT3, Team HRT, 1:36.173
3. Daniel Juncadella (ESP) Mercedes-AMG GT3, Team GruppeM, 1:36.251
4. Philip Ellis (SUI) Mercedes-AMG GT3, Team Winward, 1:36.351
5. Maximilian Götz (GER) Mercedes-AMG GT3, Team HRT, 1:36.375
6. Arjun Maini (IND) Mercedes-AMG GT3, Team GetSpeed, 1:36.555
7. Mike Rockenfeller (GER) Audi R8 LMS, ABT Sportsline, 1:36.670
8. Maximilian Buhk (GER) Mercedes-AMG GT3, Team Mücke, 1:36.780
9. Alex Albon (THA) Ferrari 488 GT3, Alpha Tauri AF Corse, 1:37.012
10. Liam Lawson (NZL) Ferrari 488 GT3, Red Bull AF Corse, 1:37.184