DTM: Vizemeister Mortara
„Sind nicht mit gleichen Regeln gefahren“

Es war der bitterste Erfolg seiner Karriere: Trotz seines Sieges in Hockenheim verpasste Edoardo Mortara den Titel knapp - und suchte anschließend Gründe.
Bild: Picture-Alliance
Als Edoardo Mortara den Titelkampf endgültig verloren hatte, übermannten ihn die Gefühle. Der Audi-Pilot ließ seinen Kopf kurz auf das Lenkrad seines Audi sinken. Durch seinen Helm waren zwar nur seine Augen zu sehen, doch darin konnte man vor allem eines lesen: Tiefe Enttäuschung.
So lief das Finale in Hockenheim: Mortara siegt, Wittmann feiert

Im Rennen am Sonntag setzte sich Mortara durch
Als Mortara das Auto verließ, hatte der emotionale Italiener Tränen in den Augen. Er hatte alles gegeben, auch einem schwierigen Rennwochenende mit zahlreichen technischen Komplikationen getrotzt und zwei starke Auftritte hingelegt. Am Ende fehlten ihm vier mickrige Punkte. Er benötigte auch die Zeit zwischen Siegerehrung und Pressekonferenz, bis er die größte Enttäuschung zumindest halbwegs überspielen konnte.Verloren hatte er den Titel sowieso nicht in Hockenheim. Für ihn ist klar: Zandvoort war der Knackpunkt. Das Rennen, das ihn zehn Punkte gekostet hatte, als er wegen eines fehlerhaften GPS-Systems eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt bekam. Zu Unrecht, wie später auch der DMSB zugab. Als Tatsachenentscheidung gab es daran aber nichts zu rütteln.

Trost vom Rivalen: Wittmann und Mortara
Natürlich könnte er wesentlich besser damit umgehen, wenn er die Punkte selbst verloren hätte. Doch auch mit einem anderen Thema haderte Mortara. Als er danach gefragt wurde, ob Wittmann den Titel aufgrund der Zugeständnisse für BMW wirklich verdient habe, druckste er ein wenig herum. „Es ist schwierig zu sagen, ob er den Titel wirklich verdient hat. Natürlich hat er alles richtig gemacht, sein Team auch. Wir sind aber nicht mit den gleichen Regeln gefahren“, sagte Mortara.

Am Ende war Mortaras Sieg bedeutungslos...
Wo er dann den nächsten Angriff auf den Titel starten wird, wollte er nicht verraten. Auch wenn sein Wechsel von Audi zu Mercedes im Grunde ein offenes Geheimnis im Fahrerlager ist.
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