DTM: Zukunfts-Diskussion
Rekordchampion appelliert an Berger

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Die DTM-Zukunft steht im Groben, nicht aber im Detail. DTM-Rekordmeister Bernd Schneider warnt vor explodierenden Kosten.
Bild: Hoch Zwei/DTM
Als Mister DTM, als Rekordmeister dieser Rennserie, liegt die DTM Bernd Schneider natürlich besonders am Herzen. Entsprechend beäugt er auch die Diskussionen um die Zukunft der Serie mit Argusaugen.
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Der Plan ab 2021 steht im Groben: Unter dem GT-Plus-Reglement kommen aufgemotzte GT3-Autos zum Einsatz: „Man gibt sich allergrößte Mühe, dass es die DTM weiterhin gibt“, sagt Schneider anerkennend im AvD Motorsport Magazin. „Das ist das Wichtigste. Das Allerschlimmste wäre, wenn es am Ende des Jahres heißt, es gibt keine DTM mehr und die Plattform verschwindet vom Radar. Dafür ist sie einfach zu wichtig.“
Doch die Details des Reglements sind noch unklar. Konkret geht es darum, wie viel an den GT3-Autos verändert wird. „Als erstes muss Berger versuchen, ein Reglement zu machen, dass die Teams auch bezahlen können. Der Unterschied zur Vergangenheit wird sein, dass nicht die Werke die Budgets bezahlen, sondern die Teams. Und wenn das so ist, dann muss irgendwer dafür aufkommen, entweder ein Fahrer oder ein Sponsor“, erklärt der fünfmalige DTM-Meister.

Bernd Schneider wurde fünf Mal DTM-Meister
Bild: Daimler AG
Immerhin: Laut ITR hat bleiben ABS und Traktionskontrolle in den GT3-Autos.
Sonderweg der V8-Supercars
Schneider ist heute Berater bei AMG und damit im Kundensportprogramm involviert. Mercedes würde die AMG GT3 gern in die DTM schicken, wenn die Kosten stimmen. Schneider: „Wir machen Kundensport und wie der Name schon sagt, werden nicht wir als AMG-Mercedes in der DTM an den Start gehen, sondern unsere Kunden. Deswegen versuchen wir uns auch zu arrangieren mit Gerhard Berger, in dem man sagt: Man muss ein ganz klares sportliches und technisches Reglement haben, was finanzierbar ist. Wir sind natürlich gewillt, gewisse Dinge zu machen, um den Teams den Weg zu ebnen, aber die Rechnung müssen die Teams selber Zahlen. Deswegen wollen wir ein Reglement, dass man nicht so viel verändern muss an den Autos, denn jede Veränderung kostet natürlich mehr Geld.“
Die populäre australische V8 Supercars-Serie geht ab 2022 einen anderen Weg. Sie setzen auf Tourenwagen – mit Seriennähe, aber spektakulärer Optik: Die Autos liegen ab 2022 nochmal 100 mm tiefer, sind 100 mm breiter, 600 PS stark und etwa 1300 Kilogramm schwer. Der Abtrieb soll von 400 auf 200 kg halbiert werden, um die Rennaction zu verbessern. Durch Einheitsteile wie Chassis, Getriebe, Aufhängung sollen die Kosten um 30 bis 40% reduziert werden.
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