Ein Elektroauto, ein Schlagloch – und eine umgefallene Wasserflasche: Was nach einer kleinen Alltagspanne klingt, endete für den Fahrer eines Lucid Air in einer Reparaturrechnung von fast 13.000 Euro. Der Fall sorgt gerade weltweit für Aufsehen und zeigt, wie empfindlich moderne E-Autos auf Flüssigkeit reagieren können.
Der Lucid Air gilt in den USA wie in Europa als elektrische Luxuslimousine der Oberklasse, die Preise starten bei uns umgerechnet bei rund 89.000 Euro. Ein Lucid-Fahrer aus den USA schildert nun auf Reddit, wie er eine große Wasserflasche (vermutlich ein 19-Liter-Behälter für einen Wasserspender) im Kofferraum transportierte.

Lucid Air quittiert komplett den Dienst

Sein Pech: Auf dem nächtlichen Heimweg erwischte er ein Schlagloch, die Flasche kippte um – Wasser lief in den Kofferraum und über Elektronik-Komponenten. Die Folge: Warnleuchten überall, der Lucid schaltete in den Notlauf und forderte zum Anhalten auf. Nach einem Neustart ließ sich der Wagen nicht mehr aus dem Parkmodus befreien.
Lucid Air
Eine umgekippte Wasserflasche im Kofferraum sorgte für eine Reparaturrechnung von 13.000 Euro!
Bild: Lucid Motors
Auch die elektrische Heckklappe funktionierte nicht mehr, die Notentriegelung war nicht erreichbar. Das Auto musste abgeschleppt werden.

15.000 Dollar Reparaturkosten nach Wasserschaden

Zunächst schätzte das Lucid Service Center den Schaden auf rund 1000 Dollar. Doch wenige Tage später kam der Schockanruf: Reparaturkosten in Höhe von 15.000 Dollar, umgerechnet knapp 13.000 Euro – denn gleich mehrere elektronische Module mussten ersetzt werden.
Noch schlimmer: Lucid lehnt den Garantiefall ab, da der Kunde den Schaden selbst verursacht hat. Auch die Versicherung will nicht zahlen – offenbar war eine umgekippte Riesen-Wasserflasche kein abgedeckter Schadensfall.
Der Fahrer bittet inzwischen verzweifelt auf Reddit um Rat. Die Community rät ihm, noch einmal hartnäckig bei seiner Versicherung nachzuhaken.
Mittlerweile hat Lucid Stellung bezogen: „Es ist im Premiumsegment und zunehmend bei Elektrofahrzeugen gängige Praxis geworden, bestimmte elektrische Komponenten im hinteren Fahrzeugbereich, häufig im Kofferraum, zu platzieren“, heißt es da. „Diese Positionierung dient dem Schutz besonders sensibler Systeme und ist in vielen Fällen sicherer als eine Unterbringung unter der Motorhaube oder im Fahrzeuginnenraum. Ein vergleichbarer Fall eines Hyundai-Fahrers zeigt, dass solche Vorfälle leider nicht herstellerspezifisch sind und es branchenweit ähnliche Situationen gibt.“
Und weiter: „Dass der betroffene Lucid Air Fahrer dieses Missgeschick erlebt hat, ist selbstverständlich bedauerlich. Gleichzeitig zeigt der Kontext, dass der Vorfall kein ungewöhnliches oder beispielloses Ereignis darstellt.“
Der Fall zeigt ein Grundproblem vieler moderner E-Autos: Elektronik sitzt häufig tief im Fahrzeugboden oder im Heckbereich – dort, wo im Alltag schnell Flüssigkeiten landen können. Hersteller betonen zwar, dass die Systeme abgedichtet seien. Doch dieser Fall beweist: Komplett wasserdicht ist längst nicht alles. Die Lehre: Wasser und Elektro sind keine gute Kombination.