Vor fast 15 Jahren begann mit der Großserienproduktion das moderne Zeitalter der E-Mobilität. Seither stromern immer mehr E-autos über unsere Straßen. In Europa sind 2022 so viele Elektroautos wie nie verkauft worden.

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Nach einer Meldung des europäischen Branchenverband Acea haben batteriebetriebene Fahrzeuge bei den Neuzulassungen in der EU 2022 einen Marktanteil von zwölf Prozent erreicht. Der Anteil der reinen Elektroautos stieg um drei Prozentpunkte auf den bislang höchsten Stand. Plug-in-Hybride kamen auf fast 23 Prozent.
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Angebot verdoppelt

Klar, dass mit den immer noch steigenden Zahlen der Neuzulassungen von elektrisch angetrieben Autos auch der Markt für gebrauchte E-Mobile ständig wächst. Nach Auswertungen des Webportals Mobile.de wurde bis Anfang des Jahres ein Anstieg des Angebots um 106 Prozent erreicht.
Nissan Leaf
Gebrauchte E-Autos werden oft deutlich schneller verkauft als Autos mit Verbrenner.
Bild: Manfred Klangwald / AUTO BILD

Trotz der Verdopplung gebraucht angebotener E-Autos, macht deren Anteil am gesamten Gebrauchtwagenmarkt aber gerade etwas mehr als zwei Prozent aus. Sie bleiben also selten und sind schwer zu bekommen.
Bleibt das Zulassungsniveaus von neuen E-Autos ungefähr auf dem derzeitigen Niveau, wird es wohl auch noch zwei bis drei Jahre dauern, bis sich das signifikant ändert. "Ein größeres Angebot an gebrauchten Elektroautos wird es wahrscheinlich erst ab 2024 oder 2025 geben", sagt der Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, Thomas Peckruhn. Dann kommen nämlich auch die ersten Leasingrückläufer aus Flotten und Fuhrparks auf den Markt. (Das sind die aktuell besten E-Autos auf dem deutschen Markt)
Die Nachfrage nach gebrauchten E-Autos ist aber schon jetzt sehr hoch. Bei Mobile.de zählte man im Januar gerade einmal 38 Tage, bis ein dort angebotenes E-Auto verkauft war. Zum Vergleich: Bei Benzinern, Dieseln und Hybriden waren es jeweils mehr als 50 Tage.
Auch da zeigt sich übrigens, dass Deutschland ein SUV-Land ist. Mit einem Anteil von 34,1 Prozent stellen elektrische SUV das größte Segment im Gebrauchtwagenmarkt, gefolgt von Kleinwagen (21,3 Prozent) und Minis (20.6 Prozent).

Hohe Preise für gebrauchte Elektroautos

Schlecht für Interessenten, weil die Nachfrage das Angebot immer noch weit überschreitet, werden die Preise für gebrauchte Elektroautos voraussichtlich nicht so schnell zurück gehen. Und über eins müssen sich Käufer auch im Klaren sein: In Sachen Technik kann ein E-Gebrauchter natürlich nicht mit dem Stand eines neuen Modells mithalten.
Fia 500 Elektro
Die Nachfrage nach gebrauchten E-Autos übersteigt noch immer das Angebot.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD

Für Unsicherheit bei den Verbrauchern sorgen die Leistungsfähigkeit und der Zustand der Akkus gebrauchter E-Autos. Immerhin ist die Batterie beim E-Auto nicht nur teuer, sondern sie verschleißt natürlich auch. Es gilt die Faustregel: Je mehr Ladezyklen sie erlebt hat, desto stärker die Alterung.

Akku-Dokumentation wichtig

Deshalb sollte der "Gesundheitszustand der Batterie" die sogenannte "State of health" (SOH) vom Verkäufer möglichst genau dokumentiert sein und vom Käufer unbedingt geprüft werden. Bei regelmäßigen Wartungen und Checks in der Herstellerwerkstatt werden die Antriebsbatterien auf ihren Zustand überprüft. Können die Prüfprotokolle zusammen mit einem möglichst lückenlosen Scheckheft vorgezeigt werden, Spricht das für das Auto. Falls nicht, ist beim Gebrauchtwagenkauf durchaus Vorsicht angesagt.