E-Bike Centurion Speeddrive R2000 D im Test
So gut ist das Leichtgewicht unter den E-Bikes

Das Speeddrive von Centurion beweist stilvoll: Voll ausgestattete Fahrräder mit Hilfsmotor können deutlich unter 20 Kilogramm wiegen.
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- Daniel Eilers
Das Gewicht von E-Bikes ist ein Thema. 20, 25, 30 und manchmal sogar 35 Kilogramm sind rasch erreicht. Das hohe Gewicht kann zur Herkulesaufgabe werden, wenn man das Fahrrad Treppen hochtragen, ins Auto verladen oder umständlich in die Wohnmobilgarage manövrieren muss. Es kann tatsächlich auch zum Problem werden: Denn schwere Elektrobikes sind beim Auf- oder Abstieg ein potenzielles Sicherheitsrisiko.
Auch wenn es einige gar nicht auf dem Schirm haben: Es gibt E-Bikes, die die 20-Kilogramm-Marke gar nicht erst reißen. Der deutsche Hersteller Centurion hat so ein Modell im Programm – voll ausgestattet mit Lichtanlage, Gepäckträger und Schutzblechen, versehen mit Carbongabel, Kettenschaltung und Elektroantrieb. Mit rund 16 Kilogramm ist es ein echtes Federgewicht – nicht zuletzt dank des Bosch Performance Line SX. Der Mittelmotor ist für seine Bauart ungewöhnlich leicht und wiegt nur zwei Kilogramm. Das Drehmoment fällt mit 55 Newtonmetern eher moderat aus, aber keine Sorge: In 95 Prozent aller Fahrsituationen werden Sie nicht mehr brauchen, versprochen.

Der Aluminiumrahmen wird in einem aufwendigen Hydroforming-Verfahren gefertigt. Die integrierte Kabelführung im Cockpit ist ästhetisch ansprechend.
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Abstriche, die damit eigentlich gar keine mehr sind, muss man beim 400-Wattstunden-Akku machen. Wer leicht sein will, muss abspecken, das Naturgesetz gilt auch für den Energiespeicher im E-Bike. Wofür 400 Wattstunden am Ende reichen? Bei sportlicher Fahrweise mit Glück für rund 50 Kilometer. Wer mehr braucht, das ist das Tolle, kann einfach einen Zusatzakku ("PowerMore 250") mit 250 weiteren Wattstunden ordern und am Unterrohr montieren. Der Kostenpunkt fürs Upgrade liegt je nach Angebot irgendwo zwischen 350 und 500 Euro. Oder in Kilogramm gerechnet: 1,6 kg.
Harmonie aus Antrieb und Fahrverhalten
Das große Kunststück, das Centurion mit dem Speeddrive gelungen ist, liegt in der harmonischen Abstimmung von Antrieb, Fahrverhalten und Komponenten. Die 45 Millimeter breiten Schwalbe-Gravelreifen vermitteln Sicherheit, ohne ihre guten Rolleigenschaften einzubüßen. Die Schaltvorgänge sind Shimano-XT-typisch knackig und direkt, die Abstufung von 10 bis 51 Zähnen fein gewählt und Berg-erprobt. Die Sitzposition fällt (das war unsere Sorge vor dem Test) nicht zu sportiv aus, womit sich das Speeddrive für einen großen Kundenkreis empfiehlt.

Die dynamische Sitzposition ist keinesfalls zu aggressiv für Alltagsfahrten.
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Reisemobilisten freuen sich zudem, dass sich das zuladungsstarke Leichtgewicht mühelos in der Heckgarage verstauen und leicht wieder herausheben lässt – ohne den Urlaub mit schweißtreibendem Rangieren zu beginnen.
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