Die Zahl der öffentlichen Lademöglichkeiten für E-Autos in Deutschland wächst zügig. Binnen eines Jahres ist sie um rund 45.000 gestiegen, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) errechnet hat. Der Ausbau schreitet somit schneller voran als vor einem Jahr. Zum Stichtag am 1. Juli 2024 kamen 17,3 rein batteriebetriebene Autos oder Plug-in-Hybride auf eine Ladesäule. Ein Jahr zuvor errechnete der Verband noch einen Wert von rund 21.

Zahlen nur schwer vergleichbar

Die genauen Wachstumszahlen zu bestimmen, ist allerdings schwierig, da es im Ladesäulenverzeichnis der Bundesnetzagentur sehr viele Nachmeldungen gibt. Vergleicht man einen Vorjahreswert inklusive Tausender Nachmeldungen mit einem aktuellen Wert ohne solche, verzerrt dies das Wachstum nach unten. Der VDA hat daher für seine Berechnungen alte Vergleichszahlen ohne die seither erfolgten Nachmeldungen herangezogen, um die Vergleichbarkeit zu verbessern.

Mehr als 145.000 öffentliche Ladepunkte

Zum 1. Juli 2024 gab es laut VDA 142.793 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Zum 1. September laut Bundesnetzagentur sogar 145.857 – darunter 31.063 Schnelllader mit einer Leistung von mindestens 22 Kilowatt. Diese Zahlen dürften durch Nachmeldungen noch steigen. Rein rechnerisch am besten mit Ladestationen versorgt sind Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. Dort kommen laut VDA 11,8, beziehungsweise 11,9 und 12,0 Elektroautos auf einen Ladepunkt.

Handlungsbedarf weiterhin groß

Ihr gutes Abschneiden in dieser Kategorie verdanken die Länder allerdings auch der Tatsache, dass sie beim Anteil von Elektroautos zu den Schlusslichtern in Deutschland gehören. Die schlechtesten Quoten finden sich im Saarland mit 24,3 Stromern pro Ladepunkt und in Rheinland-Pfalz mit 21,7. Der VDA sieht daher weiter großen Handlungsbedarf beim Ausbau der Ladeinfrastruktur; diese sei ein wesentlicher Schlüsselfaktor, um die Menschen zum Umstieg auf E-Mobilität zu bewegen, so Verbands-Präsidentin Hildegard Müller.
(Mit Material der dpa.)