Esso senkt an einigen Tankstellen testweise die Preise für den ungeliebten Biosprit E10. "Wir haben uns auf dem Benzingipfel zwar verpflichtet, alles zu tun, um die Akzeptanz für E10 zu steigern, aber leider hatten wir mit unserer Aufklärungsarbeit keinen Erfolg", sagte Esso-Sprecherin Gabriele Radke der BILD-Zeitung. "Jetzt senken wir an manchen Tankstellen testweise die Preise für E10." Der Auto Club Europa (ACE) zeigte sich verärgert über das Vorgehen von Esso. "Tankkunden werden als Testobjekte missbraucht. Man will sehen, wo ihre Schmerzgrenze liegt. Diese Methode ist sittenwidrig", sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner der BILD.

Branchenverband: "Todesstoß für E10"

Der ADAC hatte die Mineralölkonzerne zuvor angesichts des schwachen E10-Absatzes aufgefordert, herkömmlichen Superkraftstoff wieder zu billigeren Preisen anzubieten. Diese Forderung stieß beim Mineralölwirtschaftsverband (MWV) auf große Empörung. "Der ADAC versetzt E10 damit den Todesstoß", sagte dessen Sprecherin, Katrin Retzlaff. Vor knapp zwei Wochen hatten sich Bundesregierung, Wirtschaft und Verbände bei einem Benzingipfel darauf geeinigt, an E10 festzuhalten und die Autofahrer besser über den neuen Kraftstoff zu informieren. Der ADAC hatte auch angekündigt, Tankstellenbetreiber anzuzeigen, wenn sie nach der Einführung von E10 überhaupt kein herkömmliches Super E5 mehr zur Verfügung stellen. Laut ADAC wird an einigen Tankstellen nur noch Super Plus als Alternative angeboten.