Edo Enzo ZXX/Geiger GT HP 790/FAB SLR Roadster Desire
Drei getunte Meilensteine: Feuer frei!
Zu Lebzeiten war dieses Trio gefürchtet. Damit sich daran auch nach Produktionsende nichts ändert, greifen drei Veredler zu teils drastischen Maßnahmen. Bis zu 920 PS sind das Ergebnis.
Ben Arnold
Wir sind stolz – aber auch gekniffen: Zwar haben wir bei Edo Competition im nordrhein-westfälischen Ahlen ein Treffen dreier einzigartiger getunter Supersportler arrangiert. Uns im Timing allerdings gehörig vertan: Das Meeting findet am 24. Oktober statt – parallel zum "Blitzmarathon". An diesem Tag wird allein in NRW an 3300 Kontrollpunkten das Tempo kontrolliert. Natürlich haben wir nicht vor, gegen Verkehrsregeln zu verstoßen, hätten auf die vorauseilende Paranoia, die entsteht, wenn man hinter jedem Strauch einen radarstrahlenden Gesetzeshüter vermutet, aber gern verzichtet. Jammerei liegt uns jedoch fern: Dafür ist es uns an besagtem Morgen, trotz grauem Himmel und gefühlten fünf Grad, viel zu warm ums Herz.
Der dritte Gang des Geiger Ford GT HP 790 reicht bis 200 km/h.
Bild: Markus Heimbach
Als Erstes trifft der Ford GT von Geiger ein. Der Münchner US-Car-Spezialist hat sich nicht nur eines der von 2004 bis 2006 gebauten 4038 Exemplare gesichert, sondern ihm auch mehr Leistung verpasst: Bösartige 790 PS gibt der V8-Mittelmotor dank vergrößertem Lysholm-Schraubenkompressor preis. Von außen sieht man davon nichts: Geiger stellt den formschönen Keil lediglich auf einen Satz schwarzer 20-respektive 21-Zöller und demontiert den sperrigen Heckstoßfänger. Kaum ein Ami präsentiert sich so stilsicher möbliert wie der Ford GT.
FAB SLR: Dem auf 680 PS erstarkten Breitbau-Brutalo sind Leisetreterei und moderate Zwischentöne fremd.
Bild: Markus Heimbach
Dann rollt der SLR Desire von FAB Design vom Hänger. Die schützende Plane hat ihren Sinn: Ein von der Schweiz aus auf eigener Achse gefahrener Desire hätte der Autobahn 7 wohl massive Verstopfung beschert – durch Gaffer verursachte Staus wären unvermeidlich. Der Veredler aus Hunzenschwil beehrt uns mit einem Auto, das gerade vom Band gerollt zu sein scheint: "Ein Japaner hat eben erst den Kaufvertag unterschrieben – das Auto ist frisch aufgebaut", verrät uns FAB-Chef Roland Rysanek. Lässt denn der Hype um dieses Auto niemals nach? "Es gibt auf der ganzen Welt nun mal kein anderes Fahrzeug, mit dem man eine ähnliche Show abziehen kann." Dem auf 680 PS erstarkten Breitbau-Brutalo sind Leisetreterei und moderate Zwischentöne fremd.
Edo Enzo ZXX: Erlaubt ist, was gefällt – die kanadische Zulassung gewährt Edo gewisse Tuning-Freiräume.
Bild: Markus Heimbach
Bühne frei für Supersportler Nummer drei – der sich endlich von dem seidenen roten Cape befreit hat, mit dem Edo ihn des Nachts zudeckt. Insgesamt 24 Monate hat der Veredler im Lauf der letzten drei Jahre mit dem gelben Geschoss verbracht. Von 2009 bis 2010 baute der Tuner den von 2002 bis 2004 produzierten Enzo (einen von 399) zum FXX-nahen Extremsportler um. 2011 versenkte ihn sein Besitzer, der kanadische Millionär Zahir Rana, bei der Straßenrallye Targa Neufundland im Atlantik. Rana wollte jedoch nicht loslassen und Edo stand treu an seiner Seite. Binnen eines Jahres wurde das Auto nicht nur trockengelegt, sondern auch noch einmal aufgebohrt: 6,5 Liter Hubraum hat der Prachtbursche inzwischen zu bieten.
Was die drei Sportler fahrerisch zu bieten haben, efahren Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen finden Sie im Online-Heftarchiv als PDF-Download.
Fazit
von
Ben Arnold
Es sprengt die Fantasie, vernebelt die Sinne und raubt die Seele – das Trio mit 28 Töpfen. Der FAB SLR besticht mit seiner derben Bulligkeit, der Geiger GT mit explosivem Sportsgeist. Und Edo hat mit seinem Enzo eine Höllenmaschine gebaut, an der Luzifer seine Freude hätte.