Das vom Menschen unter anderem beim Autofahren produzierte Kohlendioxid (Co2) in der Atmosphäre trägt erheblich zum Klimawandel bei. Die EU hat deshalb schon im Jahr 2005 den Europäischen Emissionshandel (EU-ETS) eingeführt. Der soll dazu beitragen, die Emissionen von Treibhausgasen von Kraftwerken, Industrieanlagen und des Luftverkehrs zu mindern.
Für die nationale Umsetzung dieses hierzulande nEHS genannten Handels ist die deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt zuständig. Das System funktioniert nach dem Prinzip "Begrenzen und Handeln" ("Cap and Trade"). Dabei wird politisch entschieden, wie viele Treibhausgase von allen Teilnehmenden zusammen ausgestoßen werden dürfen ("Cap"). Eine Höchstgrenze gibt es nicht.
Jeder, der die Luft mit Treibhausgasen belastet, zahlt für jede Tonne Co2 einen Preis, indem er dafür Zertifikate erwirbt. Während der Einführungsphase gibt es bis zum Jahr 2025 keine Begrenzung dieser nEHS-Zertifikate.

Autoabgase aus einem Auspuffrohr
Wer Treibhausgase in Umlauf bringt, muss dafür bezahlen.
Bild: DPA

30 Euro pro Tonne Co2

Derzeit beträgt der Festpreis pro Emissionszertifikat 30 Euro. 2024 steigt er auf 35 und 2025 auf 45 Euro. Ab 2026 beginnt die Versteigerungsphase. Im ersten Jahr werden Zertifikate dann zwischen einem Mindestpreis (55 Euro pro Emissionszertifikat) und einem Höchstpreis (65 Euro pro Emissionszertifikat) auktioniert. Innerhalb dieser vorgegebenen Spanne bildet sich der Preis je nach Nachfrage am Markt.

Steigende Preise sollen Verbrauch senken

Bürger, also auch Autofahrerinnen und Autofahrer, nehmen nicht direkt am nationalen Emissionshandel teil. Stattdessen müssen BEHG-Verantwortliche, wie beispielsweise die Lieferanten von Gas, Kohle oder Unternehmen der Mineralölindustrie, Verschmutzungsrechte in Form von Zertifikaten erwerben. Sie zahlen also für die Emissionen, die durch das spätere Verbrennen der fossilen Brennstoffe durch die Endverbrauchenden entstehen. Die dadurch verursachten Mehrkosten geben sie aber natürlich an die Verbraucher weiter. Deshalb wird u.a. auch Benzin und Diesel teurer.
Durch die steigenden Preise wird es für Verbraucher lohnender, ihren Verbrauch zu senken – zum Beispiel durch Sanierung ihrer Gebäude, den Umstieg auf ein Elektroauto oder sparsamere Fahrweise und natürlich den heiß diskutierten Einbau einer energieeffizienten und umweltfreundlicheren Heizung. Alle diese Maßnahmen haben das Ziel, die Emissionen durch Treibhausgas zu verringern.