Erdgas-Autos: Initiative auf der IAA
Die Wirtschaft drückt aufs Gas

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Erdgas und Biomethan fristen als Auto-Kraftstoffe trotz Umweltfreundlichkeit noch ein Schattendasein. Das soll sich bis zum Jahr 2020 ändern – zumindest nach dem Willen einer neuen, groß angelegten Initiative.
(dpa/cj) Die deutsche Wirtschaft will den Kraftstoffen Erdgas und Biomethan zum Durchbruch verhelfen und damit den CO2-Ausstoß im Straßenverkehr senken. Bis 2020 könne ihr Anteil am Kraftstoffmix von aktuell 0,3 Prozent auf bis zu vier Prozent steigen. Diese Ziel wird in einer Absichtserklärung der "Initiative Erdgasmobilität" genannt, die auf der IAA 2011 in Frankfurt an den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Andreas Scheuer, überreicht wurde. Die Initiative vereint Fahrzeughersteller (Daimler, Iveco Magirus, Opel, VW, VDIK), Mineralölwirtschaft, Gaswirtschaft, Biogaswirtschaft, Gastechnik und den ADAC. Sie wird koordiniert von der Deutschen Energie-Agentur (dena).
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Die Quote der mit Erdgas und Biomethan betriebenen Fahrzeuge in Deutschland soll bis 2020 auf vier Prozent steigen.
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Dena-Geschäftsführer Stephan Kohler sagte, Erdgas könne schnell helfen, den Verkehrssektor unabhängiger vom Erdöl zu machen. Denn die Technologie sei schon am Markt verfügbar und berge für Kunden auch finanzielle Vorteile bei der Steuer und beim Tanken. Dies gilt allerdings nur bedingt. Während sich Erdgas-Fahrzeuge im Privatbereich wegen der hohen Anschaffungskosten nur für Vielfahrer lohnt, ist der Reiz für die öffentliche Hand und gewerbliche Kunden deutlich größer. Als Kraftstoff könnten Erdgas (CNG) und Biomethan das Klima schützen. Nach Angaben der dena könnten bis 2020 mithilfe von Erdgas als Kraftstoff jährlich circa eine Million Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden. Würde das im Verkehr genutzte Erdgas noch häufiger durch klimafreundliches Biomethan ersetzt, könne die Klimabilanz sogar um bis zu zwei Millionen Tonnen CO2 verbessert werden. Die Initiatoren forderten außerdem eine ermäßigte Energiesteuer für Erdgas als Kraftstoff bis 2025 statt bis 2018 sowie die Förderung des Baus von Erdgastankstellen. Staatssekretär Scheuer sagte eine intensive Prüfung seitens der Bundesregierung zu.
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