24 Stunden Nürburgring: Die besten Bilder von den 24h in der Grünen Hölle 2020

Erster BMW-Sieg seit 2010

BMW feiert Jubiläumssieg

Der Nordschleifen-Fluch ist gebrochen: Zum ersten Mal seit 10 Jahren feiert BMW einen Gesamtsieg beim 24h-Rennen am Nürburgring. ROWE Racing triumphiert.
Die Freude bei BMW kannte keine Grenzen, denn der Nordschleifen-Fluch scheint endlich gebrochen: Zum ersten Mal seit 2010 konnten die Münchener wieder einmal das legendäre 24h-Rennen auf dem Nürburgring gewinnen. Zudem ist es der 20. Gesamtsieg seit der Premiere vor 50 Jahren. Alexander Sims, Nicky Catsburg und Nick Yelloly triumphierten im BMW M6 GT3 (V8-Bi-Turbomotor, ca. 550 PS) von ROWE Racing.

Der BMW M6 GT3 von ROWE Racing gewinnt das 24h-Rennen

Auf dem zweiten Platz landete der Audi R8 LMS (V10-Saugmotor, ca. 550 PS) von Car Collection. Am Steuer des Mittelmotor-Rennwagens wechselten sich Mirko Bortolotti, Christopher Haase und Markus Winkelhock ab. Robin Frijns, der das Trio unterstützen sollte, konnte aufgrund einer Erkältung nicht am Rennen teilnehmen.
Vor zehn Jahren gewann BMW das 24h-Rennen mit dem BMW M3 GT2, der von Schnitzer Motorsport eingesetzt wurde. Damals siegten Jörg Müller, Augusto Farfus, Uwe Alzen und Pedro Lamy. Nun feierte Augusto Farfus mit dem gleichen Team einen erneuten Podestplatz. Gemeinsam mit Jens Klingmann, Martin Tomczyk und Sheldon van der Linde brachte der Brasilianer den BMW M6 GT3 von Schnitzer Motorsport auf die dritte Gesamtposition.

Turbulentes Nordschleifen-Rennen

Typisch Nordschleife: Die Fans durften sich über einen packenden Langstreckenklassiker freuen. Dabei schaffte vor allem das Wetter eine erstklassige Unterhaltung. Am späten Abend wurde das Rennen mit der roten Flagge sogar unterbrochen. Kurz zuvor hatte Starkregen eingesetzt, der für zahlreiche Dreher und Abflüge sorgte. Weil auch für die Nachtstunden keine Besserung in Sicht war, gab die Rennleitung bereits frühzeitig bekannt, dass ein Neustart nicht vor den Morgenstunden in Frage kommt. Nach einer Zwangspause von 9,5 Stunden wurde der Klassiker am Sonntagmorgen wieder aufgenommen.

Keine einfachen Bedingungen: Dunkelheit und Starkregen

Ab diesem Zeitpunkt dominierten Audi und BMW das Renngeschehen. Vor allem die Ingolstädter lagen fast die gesamte Zeit an der Spitze. Allerdings musste Audi auch Niederschläge einstecken. Der Phoenix-Audi #1 lag kurz vor Schluss auf den dritten Platz, als Dries Vanthoor leicht in die Streckenbegrenzung einschlug und einen Reifenschaden davontrug. Der dritte werksunterstütze Audi von Land Motorsport landete nach Strafen und einer falschen Strategie auf dem siebten Platz.

BMW mit guter Trockenpace

BMW profitierte am Samstagmittag von der abtrocknenden Strecke. Denn die BMW M6 GT3 überzeugten mit schnellen Rundenzeiten und kämpften sich in großen Schritten an die Ingolstädter heran. "Die trockenen Bedingungen sind uns entgegengekommen", sagte Nicky Catsburg. "Ich glaube auch, das hier der Unterschied zu unseren Konkurrenten lag." Rund zwei Stunden vor dem Ende war der Kampf um den Gesamtsieg eröffnet. Denn ROWE Racing hatte die beiden BMW bis an die führende Position herangefahren.
Das Zünglein an der Waage spielte wieder einmal das Wetter. Als der Regen zurückkehrte, wechselte ROWE Racing direkt auf die profilierten Reifen, während Audi noch eine Runde über die Nordschleife tänzelte. "Es gab Regen im Brünnchen und wir dachten, dass wir auf Slicks weiterfahren können", so Christopher Haase. "Doch der Regen ist gewandert und das hat uns wohl den Sieg gekostet. Ich bin mit Platz zwei trotzdem zufrieden."

Mercedes im Pech

Mercedes hatte bei der diesjährigen 24h-Ausgabe kein Glück

Mercedes verspielte sich die Chancen auf einen erneuten Gesamtsieg mit dem Mercedes-AMG GT3 (V8-Saugmotor, ca. 550 PS) selbst. Nach der starken Pole-Position von Maro Engel dominierten die Sterne in der Anfangsphase des Rennens mit einer souveränen Doppelführung. Nach Einbruch der Dunkelheit schlug das Pech jedoch zu. Erst knallte Manuel Metzger mit dem HRT-Mercedes #4 in die Leitplanken, dann verunfallte auch Raffaele Marciello im GetSpeed-Mercedes #9.
Das weitere Ass im Ärmel, der HRT-Mercedes #6, fiel nach einem Problem am Sonntagmorgen weit zurück. Erst musste Maro Engel, der auf beiden HRT-Mercedes' am Start war, mit einem schleichenden Plattfuß die Box ansteuern, dann versagte auch noch die Radmutter. Der Mercedes vom 10Q Racing Team hielt lange Zeit in der Spitzengruppe mit, verunfallte in der letzten Stunde jedoch ebenfalls. Der beste Mercedes-AMG GT3 landete am Ende auf dem achten Gesamtrang.

Kein Glück für die Außenseiter

Der Konrad-Lambo schied auf aussichtsreicher Position aus

Die "Underdogs" brachten keine zählbaren Ergebnisse ins Ziel. Der Ferrari 488 GT3 (V8-Mittelmotor, ca. 550 PS) von Octane126, der beim Start sogar in Führung gegangen war, fiel nach Reifenproblemen weit zurück und kämpfte auch am Sonntag mit technischen Problemen. Am Ende wurde das Fahrzeug auch noch disqualifiziert. Der Lamborghini Huracan GT3 (V10-Saugmotor, ca. 550 PS) von Konrad Motorsport fiel auf der dritten Position liegend mit einem technischen Defekt aus. Der SCG004c (V8-Saugmotor, ca. 550 PS) von der Scuderia Cameron Glickenhaus kämpfte zu keiner Zeit um die Top-Positionen mit, belegte schlussendlich jedoch einen soliden 14. Platz.

Was war mit Philipp Eng?

Laut Starterliste gehörte Philipp Eng zum Fahreraufgebot des ROWE-BMW mit der Startnumer 99 und drehte an diesem Wochenende sogar seine Runden. Doch die Rennunterbrechung von mehr als neun Stunden wurde dem DTM-Piloten zum Verhängnis. Das Reglement schreibt eine Mindestfahrzeit von 15 Runden pro Fahrer vor. Weil Eng jedoch auch auf dem Schwesterauto mit der Nummer 98 genannt war und diese Pflicht in Anbetracht des gekürzten Rennens nicht mehr erfüllen konnte, zog BMW die Nennung rechtzeitig, also mindestens vier Stunden vor Rennende, zurück. Der Österreicher belegte mit dem BMW M6 GT3 #98 die vierte Position.
Andere Teams hatten weniger Glück, sodass es nach dem Rennen gleich mehrere Disqualifikationen gab. Darunter befanden sich beispielsweise der Octane-Ferrari #26, der Frikadelli-Porsche #30 und der ohnehin schon ausgefallene 10Q-Mercedes #22.
Bis zum nächsten 24h-Rennen auf dem Nürburgring müssen die Fans kein ganzes Jahr mehr warten. Die 49. Ausgabe findet im kommenden Jahr vom 03. bis 06. Juni 2021 statt.

Autor: Sönke Brederlow

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