Heute lädt die EU zum Autogipfel. Es soll um Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Handelsstrategien gehen. Alles wichtig. Alles überfällig. Doch Hand aufs Herz: Wer glaubt ernsthaft, dass Europa mit einer Debattenrunde wieder Anschluss an die Weltspitze findet?
Die Realität sieht anders aus. Die digitale Zukunft der Autoindustrie wird längst in den USA und China geschrieben. KI, Software, Chips – die Schlüsseltechnologien kommen von Google, Nvidia oder neuerdings DeepSeek. Europa? Spielt nur noch Nebenrolle.
Robin Hornig
AUTO BILD-Chefredakteur Robin Hornig fordert von der EU Taten.
Bild: AUTO BILD

Milliarden versenkt, Rückstand bleibt

• Unsere Autohersteller haben ihre Lektion gelernt: heimische Alternativen? Zu teuer, zu langsam, nicht gut genug.
• Volkswagens Softwareschmiede Cariad? Milliarden verbrannt – jetzt kommt Hilfe aus den USA (Rivian).
• Batterie-Hoffnung Northvolt? Wackelt gewaltig! Die Kosten explodieren, der Staat soll nachschießen – am Ende zahlt der Steuerzahler.

Doch Brüssel bremst weiter!

Dass Brüssel nicht auf die Industrie hört, ist nichts Neues. Bestes Beispiel: die Strafzölle gegen chinesische Autos!
• Die führenden deutschen Autohersteller haben sich geschlossen dagegen ausgesprochen.
• Selbst Bundeskanzler Olaf Scholz hat gewarnt, dass diese Zölle mehr schaden als nutzen.
• Trotzdem zieht Brüssel das durch – gegen die Interessen der deutschen Autoindustrie.

Was der Autogipfel jetzt liefern muss

• Markt nutzen, statt sich abzuschotten!
• US-Kooperationen schneller, günstiger, unkomplizierter machen!
• Datenschutz praxistauglich gestalten – Schutz ja, Entwicklungsstopp nein!
• Weniger Verbote, mehr Anreize für Innovation!
• Strafzahlungen für verfehlte CO₂-Grenzwerte überdenken! Die für dieses Jahr verschärften CO₂-Grenzwerte zwingen Autohersteller, mehr E-Autos in den ohnehin angespannten Markt zu drücken, als nachgefragt werden. Klimaziele sind wichtig, ja. Aber die Wirtschaft auch.
• Und vor allem: Auf die Industrie hören, statt gegen sie zu entscheiden!
Während Europa noch diskutiert, fahren die USA und China längst vor.
Heute wird in Brüssel wieder viel geredet. Doch wenn dieser Gipfel wirklich etwas bewirken soll, dann braucht es endlich Entscheidungen – und nicht nur Worte.