(dpa/AUTO BILD/KI) Die Verhandlungen zwischen der EU und den USA haben aus Sicht der deutschen Automobilindustrie nicht zu den erhofften Fortschritten geführt. Dies geht aus einer Stellungnahme des Verbands der Deutschen Automobilindustrie (VDA) hervor, die Verbandspräsidentin Hildegard Müller am Freitag veröffentlichte. Der VDA vermisst insbesondere eine Zusage für eine intensivere Kooperation bei der Versorgung mit wichtigen Rohstoffen, die für die Produktion von Elektrofahrzeugen zentral sind.
Darüber hinaus zeigt sich der VDA besorgt über das amerikanische Subventionsprogramm, das durch das Gesetz zur Verringerung der Inflation (Inflation Reduction Act - IRA) etabliert wurde. Nach Auffassung des Verbands werden europäische Hersteller durch die darin enthaltenen Förderkriterien benachteiligt, da Förderungen und Steuergutschriften an die Verwendung von in den USA hergestellten Produkten oder an Produktionsstätten in den USA geknüpft sind.
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer hatte bereits vor der neuesten Gesprächsrunde auf die Notwendigkeit hingewiesen, eine solche Diskriminierung deutscher Zulieferer zu vermindern. Die fehlende Einigung über den Umgang mit kritischen Mineralien wird vom VDA als entgangene Möglichkeit angesehen. Nach den Gesprächen wurde von Seiten der EU lediglich angekündigt, dass man die Verhandlungen über ein Abkommen zur Stärkung der Lieferketten für Rohstoffe, die unter anderem für die Batterieproduktion von Elektrofahrzeugen benötigt werden, weiter vorantreiben wolle.
Seit über zweieinhalb Jahren finden Gespräche im Rahmen des Handels- und Technologierats zwischen der EU und den USA statt, die sich auf eine verstärkte Zusammenarbeit konzentrieren.