Das Zeitalter des Dieselantriebs für Pkw neigt sich dem Ende zu. Darauf deuten stark sinkende Zulassungszahlen hin. Aktuell geht der Anteil an Dieselfahrzeugen bei den Neuzulassungen in Deutschland und Europa kontinuierlich zurück. Bald schon könnte es für Autohersteller unattraktiv werden, die Selbstzünder-Technologie weiterzuentwickeln, sagt Prof. Ferdinand Dudenhöffer vom Bochumer Center of Automotive Research (CAR) voraus. Er spricht schon vom "traurigen Ende des Dieselantriebs im Pkw".
Zum Beleg: In den ersten fünf Monaten 2025 sind die Zahlen in Deutschland dramatisch zurückgegangen. Hier liegt der Dieselanteil an den Pkw-Neuzulassungen nur noch bei 15,3 Prozent – im Verhältnis zum Vorjahr ein Fünftel weniger. Laut Zahlen vom europäischen Herstellerverband ACEA ist der Anteil neuer Diesel bezogen auf die EU, Großbritannien, Norwegen und die Schweiz auf nurmehr 8,3 Prozent gefallen. Dagegen wurden mehr als doppelt so viele Elektroautos (17,1 Prozent) zugelassen.

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In Norwegen beträgt der Dieselanteil nur 1,5 Prozent

In vielen Diesel-Kernmärkten sieht es teilweise noch trauriger aus: In Frankreich, einer traditionellen Diesel-Fanbase, sank der Anteil an den Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 43 Prozent, in Belgien sogar um 45 Prozent. In Italien, Österreich und Spanien beträgt der Rückgang der Diesel-Neuzulassungen gut ein Drittel.
Der Diesel-Anteil sinkt bis 2030 weiter
Weltweit dürfte der Pkw-Verkauf weiter steigen – aber der Dieselanteil sinkt, so die Prognose von Prof. Ferdinand Dudenhöffer.
Bild: CAR-Institut
In Norwegen wurde nur eine dreistellige Zahl (859) an neuen Diesel-Pkw angemeldet – bei insgesamt 57.142 Neuzulassungen. Allerdings ist der norwegische Automarkt nur bedingt mit denen anderer europäischer Länder vergleichbar, weil Autos mit Verbrennungsmotor hier durch sehr hohe Besteuerung unattraktiv bzw. Elektroautos ohne Steuer günstig sind.

Was ist mit den Tankstellen?

Fast schon besorgniserregend für Dieselfahrer sind die Daten aus den Niederlanden, Norwegen und Belgien, stellt Prof. Dudenhöffer fest: "Die Tanksäulen in diesen Ländern sterben ab. Die Mineralölkonzerne stellen Diesel-Zapfsäulen um auf Benziner." Benzinfahrer seien hier die Hauptzielgruppe.

Europa als letzter großer Dieselmarkt

In Europa entscheidet sich das Schicksal des Diesels: Nirgends sonst in der Welt spielt er als Pkw-Antrieb eine nennenswerte Rolle. Und Europa als Absatzmarkt für Neuwagen verliert allgemein an Bedeutung. Wurden 2005 noch gut ein Drittel (32,2 Prozent) aller weltweiten Diesel-Neuwagen auf dem alten Kontinent (inklusive Russland) zugelassen, sind es 2025 nur noch 18 Prozent. Nach Berechnungen des CAR-Instituts könnte diese Zahl 2030 auf 17,5 Prozent fallen.

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Was ist mit China?

Nach Ansicht von Ferdinand Dudenhöffer ist es so gut wie unmöglich, dass der Diesel-Pkw im weltgrößten Markt in der Zukunft eine Rolle spielt: "China hat das bessere Elektroauto, den Plug-in-Hybrid und immer stärker den Range Extender. Da ist wirklich kein Platz für teure und komplizierte Dieselmotoren. Diesel bleibt im Lkw – und mal sehen, wie das in 20 Jahren aussieht, wenn Fuel Cell (die Wasserstoff-Brennstoffzelle, d. Red.) auf die Füße kommen sollte."
Ereilt den Diesel dann dasselbe Schicksal wie den Erdgasantrieb? Neue Erdgasautos werden nicht mehr gebaut, mittelfristig ist die Teileversorgung im Bestand gefährdet. Und für die verbliebenen Fahrzeuge mit CNG-Antrieb (Compressed Natural Gas, also verdichtetes Erdgas) droht die Kraftstoffversorgung einzubrechen. Gab es vor zehn Jahren noch gut 900 Zapfsäulen für CNG in Deutschland, ist diese Zahl 2025 auf 780 gesunken. Ein Rückgang von fast 15 Prozent, der in der Fläche zu Versorgungsengpässen führen dürfte. CAR-Leiter Dudenhöffer: "Wenn nicht verkauft wird, ist Schluss an der Zapfsäule."