Extreme E: Sardinien
Ekström: Elektro-Titel als perfekte Vorbereitung auf Extreme E

Nico Rosberg und Lewis Hamilton kämpfen als Teamchefs um den Extreme-E-Titel. Eine entscheidende Rolle spielen dabei zwei Frauen.
Bild: C.McMaster/McKlein
- Bianca Garloff
- Michael Zeitler
Die Extreme E gastiert am kommenden Wochenende mit einem frisch gebackenen Elektromeister in Sardinien zum Insel XPrix (Sonntag, ab 16 Uhr Pro 7 Maxx): Mattias Ekström hat sich am vergangenen Wochenende zum ersten Meister der ETCR (Electric Touring Car Racing) gekrönt.
Ekström ist inzwischen ein absoluter Fan von Elektro-Rennautos. „Ich mag alle schnellen Autos, egal, welcher Motor im Heck verbaut ist. Hauptsache sie sind schnell“, so der 43-Jährige.
Den ETCR-Titelboost will der Ex-DTM-Meister natürlich in die Extreme E mitnehmen. Doch das wird schwer: Die ETCR ist eine Tourenwagenserie, mit 680 PS starken und 1800 Kilogramm schweren Einheitsautos für die Rundstrecke. Ekströms Spezialdisziplin aus glorreichen DTM-Zeiten.
Die Extreme E ist eine Offroad-Meisterschaft, mit maximal 544 PS und 1650 Kilogramm schweren E-SUVs. Zwar fährt Ekström längst auch Marathon-Rallyes wie die Dakar und wird dort 2022 auch Teil des Audi-Teams sein.

Mattias Ekström hat sich am vergangenen Wochenende zum ersten Meister der ETCR gekrönt.
Bild: mikel prieto
Um die Meisterschaft kämpfen vor dem vorletzten Saisonlauf die Teams zweier Formel-1-Weltmeister: Nico Rosbergs Rosberg X Racing Rennstall (93 Punkte) und Lewis Hamiltons X44 (84 Punkte).
Der Titel wird auch über zwei Frauen entschieden. Neben dem Rallycross-Rekordweltmeister Johan Kristoffersson fährt Molly Taylor für das Rosberg-Team, während Hamilton neben Rallye-Rekordchamp Sébastien Loeb auf Cristina Gutiérrez setzt.
Beide Frauen sind absolute Rallye-Größen. Taylor wurde 2016 australische Rallye-Meisterin und fuhr 2021 auch bei drei Läufen der Rallye-WM mit – seit 2011 kommt sie auf 17 WRC-Einsätze. Ihr Vater Mark Taylor war ebenso Rallye-Fahrer wie ihre Mutter Coral Taylor, die als Beifahrerin zusammen mit ihrem Vater Norm Fritter auch drei Mal die australische Rallye-Meisterschaft gewann.
Die 33-Jährige ist also eine der besten Frauen überhaupt in der Rallyeszene. „Ich wollte sie daher unbedingt haben“, erklärt ihr Teamboss Nico Rosberg. „Ich habe ihr sogar persönlich über das Kontaktformular auf ihrer Homepage geschrieben.“

Sebastien Loeb und Cristina Gutiérrez
Bild: Extreme E
„Ich hatte starke Schmerzen“, erinnert sich Gutiérrez lässig, „ich wurde dann nach der Rallye sofort ins Krankenhaus gebracht, wo zwei Wirbelbrüche bestätigt wurden.“ Offroad-Racing ist nichts für schmerzempfindliche FahrerInnen – daher kam auch eine Pause in der Extreme E für Gutiérrez, die u.a. von Red Bull unterstützt wird, nie in Frage. Sie will gemeinsam mit Loeb den Titel.
Wie immer geht es in der Extreme E aber um mehr. Gerast wird für den guten, ökologischen Zweck. Auf Sardinien will die Rennserie einerseits auf die verheerenden Waldbrände aufmerksam machen und beim Aufforsten helfen, andererseits auf das durch die Erwärmung der Weltmeere bedrohte Seegras.
Serienchef Alejandro Agag: „Der Island X Prix auf Sardinien wird einige der kritischen Themen aufzeigen, mit denen Europa und die ganze Welt konfrontiert sind. Es ist klar, dass wir die Ursachen für die schrecklichen Brände, die nicht nur Sardinien, sondern auch so viele andere Länder zerstört haben, bekämpfen müssen. Wir alle wissen, dass die steigenden globalen Temperaturen, die allein durch Treibhausgasemissionen verursacht werden, das Brandrisiko nicht nur hier, sondern überall erhöhen. Dies ist ein Notfall, und wir müssen jetzt handeln.“
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